🦄phäno(r)mal

Einkaufen an einem Samstag, Zwölf Uhr Mittags

Aufbrechen, los gehen, sich sammeln, denn gleich so weiß der trainierte Wochenendeinkäufer, beginnt das Chaos. Es ist Samstag und nächste Woche bricht die Apokalypse/ Endzeit an.
Die Fahrt, zum Objekt der Warenüberflutung, ist sehr entspannt. Mein Radio dröhnt mich mit meinem MixStick zu und ich kann mich einstellen, runter fahren und Kraft sammeln. Für das was mir in wenigen Minuten bevor steht.

Zuerst die allumfassende Frage: Parkhaus oder Parkplatz? Ich entscheide mich, gegen meine Überzeugung, und fahre (auch aus wettertechnischen Gründen) ins Parkhaus. Um dann (wie immer) festzustellen, dass die Parklücken nicht für Fahrzeuge, wie meines, gemacht sind!

Ich quetsche mich aus meiner Autotür, mühevoll, denn die Nachbarparker stehen viel zu nahe, greife noch geistesgegenwärtig, unter unvorstellbaren Verrenkungen, nach dem Einkaufschip. Nicht vergessen sag ich mich noch, Auto zu klicken. (Bevor ich noch zig mal wieder zurückgehe um zu überprüfen ob mein Auto auch wirklich zu ist!). Ich erobere mir einen Einkaufswagen und einen dürftigen Platz im Fahrstuhl.
Na dann kann es ja los gehen denk ich, beim aufkommen der bekannten Raumangst…

Menschenmassen im Einkaufsgeschäft drängen sich um Obst, Gemüse, Wurst und Käse.
Etwas Ruhe in der Tiefkühlabteilung und bei den Haushaltsreinigern. Diese Beschaulichkeit ist aber nur von kurzer Dauer, sobald man wieder in den MenschenmassenEinkaufswagenStrom gerät scheint alles vorbei, alles verloren.
Ein an-rempeln hier, ein „sie stehen im Weg“ da. EmotionsWirrWarr innen, EmotionsWirrWarr außen- bei allen Versorgungskämpfern.
Eine einzigartige Geräuschkulisse, dröhnende Musik, durchsagen wie „Herr xy wird zu seinem Fahrzeug gebeten, es rollt!“, Kinderschreien, Eltern schimpfen, Paar die ihre (unbedingt- jetzt- lösbaren) Konflikte, in der shopping Ausnahmesituationen hervorholen. Die bleiben dann auch noch unbegreifbar im Wege stehen und versperren die Fluchtwege zur Kasse.
Gerüche undefinierbar, aus allen Richtungen, Schweißgerüche, Kochgerüche von den Probiertheken, Altersgerüche übertüncht von Deodorant und billigem Parfum, als könnte man diesen einzigartigen Duft, nach der schon kalten Erde, neutralisieren.

Ich banne mir meine Wege, und packe Zielorientiert meinen Wagen voll. Ignoriere das unglaubliche Chaos und halte meinen Blick gedanklich an den magischen allwissenden Zettel, mit dem Namen „Einkaufliste“, fest. Als ich glaubte alles gefunden zu haben, stell ich fest, welch grausame Welt, ich hab etwas vergessen…

Lasse furchtlos meinen Einkaufswagen zurück und stürme in Richtung des vermissten Gutes. Erreiche atemlos das Regal, greife, hab es, Freude überkommt mich, ist dem Ganzen doch nun bald ein Ende gesetzt. Ohne weiter Komplikationen renne ich förmlich zu meinem LebensmittelEinkaufsladenTransportmittel zurück. Doch da wo ich mein NächsteWocheÜberlebensKorb allein lies, war er nicht mehr vorhanden! Fassungslosigkeit! Wer um alles in der Welt klaut mein (so hoffte ich, bald) Eigentum? Ich fühlte das Blut in meinen Ohren rauschen, einer Panik nah, Puls rast… rufe mich selbst zur Ordnung! Blicke mich um, denn irgendwo muss der Korb doch sein. Laufe die umliegenden Wege ab und hangle mich von Regal zu Regal. Schau in die andere Wagen (möglichst unauffällig, peinlich genug, so panisch und fast heulend wie ich hier völlig desorientiert herumirre [*1]) doch jeder hat einen mir unbekannten Fremdinhalt. Mit jedem weiteren Knick in den nächsten Weg sinkt meine Hoffnung… nach etwa fünfzehn Minuten vergeudeter Suche, gebe ich erschüttert, entsetzt und Kraftlos auf. Lass mich auf Getränkekisten fallen und bin den Tränen nah, denn die Kenner unter euch Wissen vermutlich schon was das nun heißt: Bitte Nachschlag, noch eine Runde, noch einmal…

Ich denke noch:

Unglaublich all das und in meinem Kopf spielt Krieg von Farin Urlaub…

[*1] Man könnte annehmen: ich verlor mehr als den Korb, als hätte ich auch meinen Verstand da Vorsorglich geparkt, der nun samt voraussichtlichen Einkauf abhanden gekommen ist…

copyright by Miss Tueftelchen

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