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Selbst- mitleid- Tag

Ich bin auf dem Weg, unterwegs. Unterwegs zu sein fühlt sich gut an, es ist entgegen Stillstand und ein wenig Lebendigkeit.

Die Sonne, ein roter, riesengroßer Ball steigt über den Dunst verhangenen, Nebelschwaden besetzten Feldern auf und verkündet einen wunderschönen Tag. Ich freue mich darüber. Innere Wärme durchflutet mich.

Ich verlasse die Gegend mit Weitraumblick über die Ackerflächen und nähere mich den pulsierenden Straßen der Stadt. Beobachte andere Menschen die stressvolle Fahrmanöver machen, wild Hupen und noch knapp über gelb fahren, weil sie es so eilig haben.
Es fühlt sich traurig an, dass sie (vielleicht) den Sonnenball am Morgenhimmel nicht als so einzigartig (weil Gewöhnlich) wahrnehmen können (oder gar übersehen).

Meine Gedanken wandern weiter und mir wird bewusst wie wundervoll, kostbar und faszinierend, das auf der Erde existieren ist. So viele Momente die da sind, um bewundert zu werden und so viele gefangene, blinde Menschen (im Alltagstrott).

Die Traurigkeit wird auf einmal so riesengroß, dass es mich von Innen her wie erdrückt und ich fast atemlos nach Luft ringe. Das Gefühl etwas verpassen zu können und die Empfindung das anderen Bewohnern der Erdkugel etwas entgehen könnte, reist innerlich an meinem Herzen.
Mir wird ganz klar bewusst, in dieser einen Sekunde, dass ich mir bei so vielen Dingen selbst im Wege stehe. Mein Leben in Bahnen gelenkt wurde, vor einer mir fremden weit vergangenen Zeit und das ich heute damit (noch) zu kämpfen habe. Und dieser Gedanke treibt mir die Tränen in die Augen. Weil ich auch auf einmal unheimlich Angst habe, das ich niemals mit einer Leichtigkeit durchs Leben gehen könnte. Eine Leichtigkeit die mich aufschwingt aus meiner Lebensangst und mich befreiter sein lässt von Sorgen, Altlasten und Chaotischem Wandel.

Meine Gedanken denken vollkommen verwirrt …heut ist wohl ein total untypischer, außer der Reihe, Selbstmitleidstag? …… zähe kommen die Worte auch in meinen Hirnvordergrund. Über mich selbst lächelnd, denke ich weiter drüber nach.

Ich denke an das Wort Selbst-Mit-Leid. Ist es ein Anteil an sich selbst nehmen? Ein traurig sein über sich selbst? Ein Bedauern des eigenen Selbst? In all der Gedankenüberflutung wird mir klar, es ist mein Weg, meine Weise mit den Dingen umzugehen. Es sind meine eigenen negativen, neutrale und positiven Entscheidungen, im heute, die ich treffen kann. Wenn ich etwas beobachte/ entdecke oder sehe und in mir kommt ein Gefühl auf, das so nie zu fühlen/ haben oder erreichen, ist das vielleicht einfach so. Manchmal sind einfach die Dinge wie sie sind und in der Akzeptanz derer (vielleicht nur Temporären) Unveränderbarkeit, würde es mir vielleicht möglich werden mir selbst aus dem Wege zu treten.

Sich gegen oder für etwas entscheiden, hat ja auch Konsequenzen die manchmal nicht leicht sind und Leid in einem selbst hervorrufen. Ich fange an etwas zu vermissen, dass ich bei anderen sehe, höre, und glaube das dies zum Dasein gehören sollte. Um wie vollkommen sich fühlen zu dürfen- eine unsagbare Traurigkeit droht mich zu verschlingen, jetzt gerade, jetzt gerade eben hier…

Es ist ein Es-ist-Besser so… handeln, denken, (nicht) fühlen, welches mich Zweifeln lässt ob es wirklich besser so ist.

Das alles gedacht in einem Moment und eine Sekunde später schweifen meine Gedanken weiter und freuen sich wieder und ich spüre das Leben, die Lebendigkeit , die Fröhlichkeit in mir und frage mich was da gerade los war. Denn ich muss mir nicht Selbst leidtun um das was ich nicht tue, nicht habe, nicht erlebe, nicht spüre… denn ich habe auch so viel…

Schätzen lernen, die Kostbarkeiten und das eigene Leben mit den Dingen füllen, die einem das Gefühl vermitteln bei sich anzukommen und teil zu nehmen am eigenen real sein. Alles darf da rein gepackt werden in die Leere des Lebenszwischenraums, dem Zweifelkabinett.
Dinge die einem Spaß machen und Freude bringen wie zum Beispiel spazieren gehen, den Wind auf der Haut spüren, die Wärme der Sonne mit der Nasenspitze einfangen (denn dafür ist sie eigentlich da, Wissen nur die wenigsten), Barfuß im Regen tanzen, einfach mal unter der Dusche singen, einen Kuchen backen für liebe Menschen oder auch mal für sich selbst, das Lächeln eines Fremden einfangen weil man einen Sitzplatz in einem öffentlichen Verkehrsmittel frei gemacht hat, die Wunder der Natur bestaunen, einer Raupe beim rumkriechen zu schauen, Zwei Enten am Teich füttern (dürfen auch mehr sein), ein Spiel spielen, Bücher lesen (oder auch schreiben), eine Runde um den Mond vorm Einschlafen fliegen…
Ich könnte das noch ewig weiter Aufzählungen schreiben, mir kam aber der Gedanke euch liebe Leser und Leserinnen zu fragen:
Welche Kostbarkeiten gibt es in eurem Leben zu entdecken oder wieder zu finden?

Ich bin irgendwie froh, dass bei mir solche Selbstmitleidsphasen nicht wirklich Tage, Wochen oder gar Monate anhalten. Es sind eher Momentaufnahmen die mir vor Augen halten, dass da etwas in meinem (er)Leben ist, das ich gerade nicht ändern, erreichen oder abwenden kann, etwas das einem Traum oder einer unwirklichen Wunschvorstellung gleich käme. Wenn meine Gedanken aber so sehr mit dem beschäftigt wären, was sein kann oder nicht, ich ändern kann oder nicht, würde es sich für mich wie Stillstand anfühlen. Ein Lebenszeitraubender Stillstand, gleich eine Verschwendung der Zeit die einem, hier im Sekundenbruchteil des irdischen Seins, gegeben ist.
(Gedankennotiz: Menschen neigen zum verschwenderischen…).

Sobald ich die kribbelnde Stille der Ruhe spüre, hab ich das Gefühl, im Beobachtungsmodus, rasend schnell vorbei zu rauschen an meinem eigenen lauf der Dinge. Stillstehend überhole ich mich selbst und dabei würde das Vorbei fliegende ich, mich die guten, schönen, positiven wunderbaren, fantastischen, kostbaren, einzigartigen, […] Dinge des Lebens verpassen lassen, was mich wieder traurig machen würde und dann könnte ich mir fast selbst leidtun.

copyright by Miss Tueftelchen

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Ein Kommentar zu “Selbst- mitleid- Tag

  1. Das Kostbarste was es gibt, ist das Leben an sich und das Leben um mich herum in allen Facetten, Formen und Farben. Ich schätze und pflege das was ich bin und erreicht habe. Das ständige Streben nach Allem und Mehr verfolge ich nur in geringem Maße, denn schließlich kann man sowieso niemals alles haben oder erreichen.

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