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Berührungen

Ich spüre, hier draußen auf meinem Balkon eine sanfte Ruhe. Es ist früher morgen und die Vögel singen ihre Lieder. Der Straßenlärm, nicht einmal einen Kilometer entfernt, schaffte es nicht diese Harmonie zu stören.

Ich empfinde es als wunderschön, friedlich. Von meinen Ohren dazu angeregt, hebe ich meinen Blick vom Killer Sudoku und bin überwältigt von der einfachen Schönheit einer rosa Bellis und Traubenhyazinthe, die ihre blauen TraubenBlütenStengel nach oben richtet, wie als wolle sie ausbrechen aus ihrem Topf der sie an die Erde naja, an meinen Balkonkasten bindet. Die nackten, (noch) kahlen Bäumen drücken eine Sehnsucht nach grün, Lebendigkeit aus. Eine Durchflutung von Gefühlen überkommt mich und ich freue mich so sehr auf den Frühling, auf das Erwachen, dass ich fast weinen muss.
Getrübt wird das Wunder des Lebens, durch die Angst aus mir heraus_wie von Innen_all das verpassen zu können.

Ich denke nach, über Berührungen, wie sehr mein Herz, hier gerade berührt ist, so dass es fast weh tut. Berührungen die so schön sein können, dass sie fast körperlichen Schmerz bereiten. Mir wird bewusst das es verschiedene Formen der Sin­nes­wahr­neh­mungen zu geben scheint, irgendwie bei mir.
Es sind die Sinne die alles weiterleiten. Ich empfinde die Sinneseindrücke sehr stark verschieden.
Wenn etwas weit genug weg ist und ich es mit Ohren und Augen aufnehmen kann ist es für mich okay. Dann kann ich das: es fühlt sich gut an in all seiner Intensität spüren.
Fange ich aber an etwas zu spüren, tastend, fühlend durch den Sinn der Haut, schiebt sich ein Filter über meine Wahrnehmung und es wird schwierig für mich eine HautSinnesBerührung als schön zu empfinden oder diese überhaupt zu spüren_wahrzunehmen.
Warum ist das bei mir so?
Mein Denken denkt, es ist dann zu nah stimmt das?
Ist das dann zu nah. Für mich zu nah?
Ist da eine alte _entfernte Angst_ Verletztheit(barkeit) in mir, die es mir unmöglich macht über die Haut zu fühlen.

Gestreichelt werden, von einem lieben Kontaktmenschen, ist ja auch nähe zulassen. Jemandem soweit vertrauen, dass es fühlbar schön ist. Auch ein loslassen der Ängste, loslassen der Gedanken und nur rein fühlen_schön spüren. So stelle ich es mir vor. So wünsche ich es mir, für mich.

Eine Hand streift meinen Arm und ich habe das Gefühl von heißen rot glühenden Flammen gestreift zu werden. Die Haut versenkt sich, ich kann es fast riechen. Unendliche Qual nur eine Sekunde doch unsagbar intensiv, ein Schmerz kaum aushaltbar und doch war die Berührung lieb gemeint, eine liebevolle Geste wie sie Menschen austauschen.
Hautberührungen sind für mich sehr schwer (er)tragbar. Mein Kopf weiß, dass keine Gefahr besteht, das meine Sinne getäuscht sind_werden. Es darf sich schön anfühlen, es fühlt sich schön an, weiß (zu glauben) mein Verstand und die Sehnsucht in meinem Herzen bemüht sich, eine fast zärtliche Berührung eines mir lieben Kontaktmenschen als schön wahrzunehmen_fühlbar zu machen. Doch meine Haut steht wieder und wieder sinnestäuschend real fühlbar in Flammen und alle gewünschten Eindrücke lösen sich auf in tausend kleine Wasserdampftröpfchen.

Eine zärtliche_liebevolle Umarmung brennt innerlich voller Hitze und Schmerz und ich stehe da, ahnungslos was ich tun soll. Wie mich dann richtig verhalten? Sei es nur eine warme und herzliche Begrüßungsumarmung, ähnlich einer Floskel (bloß ohne Worte), und ich komme mir extrem unbedacht_ahnungslos unpassend verhaltend vor. Kann damit nicht umgehen. Mit dem Austausch von fast Liebe und Wärme nichts richtig anfangen.
In Panik tauche ich in mich und harre aus den Moment, betrübt über das eigene UnfähigSein. Das eigene Empfinden der liebe und Wärme nicht zurückgeben können obwohl ich doch zu liebevollen Kontaktmenschen nichts anderes möchte_ und doch egal was mein Verstandesdenken sagt, mein Herz ruft und mein Fühlen erlebt ich stehe da, wie bloßgestellt ohne eine Ahnung was zu tun wäre_ist.

Wir verwirrt ist mein Sein, dass ich nur über Worte Ausdruck finde, nur über Worte fühlen kann.
Es ist verkehrte Welt bei mir und doch bemühe ich mich weiter den Umgang mit (Kontakt)Menschen zu erlernen. Doch wie erklären anderen? Wie unheimlich schwierig das alltäglich Normal NormRegulär bei mir ist.
Es ist ein immer andauerndes Anpassen an die Gesellschaftlichen Herausforderungen um dabei meinen eigenen Platz zu finden. Einen Platz der das Leben und miteinander mit anderen Menschen für mich (aus)haltbar macht.
So viel wirrwarr und dabei die eigenen Grenzen waren lernen, nähe zulassen dürfen wenn es für mich passend ist und eine Begrüßungsumarmung mit einem Schritt nach hinten aus dem Wege gehen_ es mag seltsam unpassend erscheinen, doch für mich ist eine Umärmelung zum Hallo sagen ebenfalls unpassend… was bleibt ist die Suche nach einem wegsamen Mittelweg… und ich sitze noch immer hier auf meinem Balkon, doch meine Gedanken sind schon so viel weiter gelaufen…


Anmerkung: Der Sinn des Schmecken und Richen findet bei mir hier gerade keine Beachtung, weil er im Moment der Wahrnehmung, jetzt gerade hier, keine Bedeutung hat(te)…

copyright by Miss Tueftelchen

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