💭Gedanken fangen

…warten auf Regen

Unglaublich aber wahr.
Ich habe gerade auf den Kalender geschaut, um einen Termin einzutragen und stellte mit entsetzten fest:
Nächste Woche ist schon der Dreißigste- Fünfte, meine Güte.
Gerade habe ich noch den Schnee vom Auto gekratzt und bin eher durch die Welt geschlittert und jetzt?
Jetzt wird man von der Frühlingssonne regelrecht gebraten.

Sitzend auf dem Balkon beobachte ich die Welt. Ich kann förmlich spüren_hören wie die grünen MitErdenBewohner eine immense Sehnsucht nach Wasser haben. So Lebensnotwendig für alles was kreucht und fleucht und so nicht vorhanden.
Der Wetterbericht der nächsten Tage verspricht weiterhin schön Sonnenschein. Als würde man immer nur Sonne haben wollen. Wo bleibt denn nur der Regen?

Ich mag natürlich auch schönes Wetter, aber ich sehne mich auch nach den Tropfen, die mir eine wundervolle Melodie auf meine Regenkapuze klopfen.
Ich sitze hier im Sonnenschein, wartend auf das Rauschen, das klopfen, fließen und plätschern. Den Regen.

In mein Denken tropft eine leise Erinnerung, eine Melodie…„Plitsche, Platsche, Regentropfen wie sie auf die Dächer…“
… die Sonne kitzelt weiter meine Nasenspitze und ich tauche ab in Lieder und Geschichten von Reinhard Lakomy & Monika Ehrhardt und lausche dem dicken Kürbis Kugel der mit dem Regentropfen Paule Platsch und Fadennudel Springginkel über das Wetter, Schule, großwerden, Mutig sein und Nasswerden, sinnieren.
Während mein Gehör mir vorgaugelt, ganz deutlich, das Rauschen der Kassette zu hören, (Und ich das Gefühl habe, die ganze Welt würde mit mir der Knisternden Erzählung lauschen), hangle ich mich an den Erinnerungsmelodien entlang und versuche hinter die Nebelschwaden meines Gedächtnisses zu schauen.
Fuchtelnd mit dem Armen versuche ich die mega nassen in der Luft schwebenden Wassermoleküle beiseite zu fegen. Um dahinter…
… da[—]hinter…
Ja was ist dahinter?
Oder ist es eher ein dazwischen?
Über unter mir?
Wo muss ich hinschauen, wenn ich mich versuche zu erinnern. Stillschweigend, ausharrend bleibe ich starr stehen und verfalle in- extrem grübeln-.
Mitten im Nebel , dunkel und trist, nichts über, nichts unter mir, kein Boden, kein Himmel, Wolkengleicher finsterer Nebel.
Ob sich weiße Schäfchenwolken auch so bedrohlich anfühlen?
Ab wann wurde Nebel zu Wolken und bedrohlich?
Die leise Melodie, dringt noch sacht an mein Ohr und ich höre eine Geschichte von Pustelinnchen und das davon fliegen.[*1]
Kann ich das hier auch?
Hier in meinem Erinnerungsnebel.
Ich bücke mich und suche mit den Händen den Boden ab, doch da ist nichts. Nichts was ich berühren_anfassen könnte.
Ich stehe auf nichts!
Und falle nicht durch!
Schwebe ich also auf Nebelwolken?
Das muss es sein.
Pustelinnchen hat einen Fallschirm. Brauch ich auch einen?
Nein, ich glaube es kann auch ohne gehen. Ich kann so abspringen und abtauchen, fliegen. …hoffe ich.
Kurz überlege ich noch, ob ich das wagen- den Mut zur Erinnern finden- das trauen- kann?
Ich spüre die Angst in mir, die mich hier unbeweglich stehen lässt, angewurzelt an nichts.
Nichts…………………………………………………….nichts…
…wenn hier und ich nichts ist, dann…
… kurzentschlossen, nehme ich drei Schritte Anlauf und springe ab…
Dummerweise nicht besonders kraftvoll, beim dritten Schritt stolpere ich über meine unegalen Füße, so das ich eher chaotisch falle als elegant davon gleite.
Es reicht dennoch aus; ich spüre das fallen, durch die Wassertropfen und schwebe durch mich… Richtung…
Ja, welche Richtung?
Falle ich nach unten? Oben?

…ich blicke auf…
…sitze da, und warte…
…warte auf Regen mit unseren grünen Mitbewohnern und hoffe mit ihnen…
…denn der Sonne davon fliegen geht ja nicht… obgleich das eine Alternative wäre…
leider unreal, so wie eine sanfte Stimme; die mir erzählt, dass der Mond erwacht ist und tausende schweigend, leuchtende, Sterne mitgebracht hat…
[*2]


[*1] Fallschirmlied
Geschichtenlieder mit Paule Platsch dem Regentropfen
von Reinhard Lakomy und Monika Ehrhardt, Track 3

[*2] Träumlied
Geschichtenlieder mit Paule Platsch dem Regentropfen
von Reinhard Lakomy und Monika Ehrhardt, Track 19


copyright by Miss Tueftelchen

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