🦄phäno(r)mal

ArbeitsRealitäten

Bevor ich hier mitteilen kann, was mir schon so lange im Kopf herumschwirrt, sollte_möchte ich vielleicht vorab ein wenig zu meiner Arbeitssituation erklären.
Im Grunde bin ich denk ich, so ziemlich ein wirkliches Arbeitstier [*1], das mehr einer Berufung nachgeht, als dem Gedanken durch Arbeit womöglich Reich zu werden_sein. [*2]
Leider spielt in meinen Job auch der Jahreszeitenfaktor hinein, also mein Beruf ist saisonal abhängig.
Das bedeutet für mich und viele andere in dieser oder ähnlichen Branchen, dass die Wintermonate ohne Aufgaben und somit auch Arbeitsplatz sind.

Eine für mich schwere Zeit, manchmal fast unaushaltsam. Obwohl ich im Grunde eigentlich die Zeit bräuchte um mal zu schauen, was bei mir los ist und in mich rein zu lauschen.
(Weil das ganze Jahr ziemlich Straff ist, was die Arbeitszeiten angeht.
Wir haben vier Stoßzeiten die meist haben eine Länge von zwei bis vier (+++) Wochen und dann kommen noch Urlaubszeiten und damit Unterbesetzung dazwischen.)
Wenn das Jahr sich dann dem Ende neigt, muss ich beim A.amt [*3]
aufschlagen und mich melden, wie so viele andere. Das ist an sich kein Problem, bis auf die Wartezeiten. Aber auch die sind ok, denn ich will ja was von denen.

(Da fällt mir gerade eine meiner letzte A.amt Situation ein, wer mag kann sie lesen auf den Link zu A.Amt Situation#1 klicken, ansonsten einfach den Link überspringen.)

Über die kalten Monate suchte ich mir also eine Nebenbeschäftigung; in meinem Falle als Reinigungskraft bei einer größeren Gebäudereinigungsfirma; eine von gefühlten Millionen.
Hatte das schon mal gemacht, mit weniger Stunden quasi als Nebenjob parallel zum ALGI.
Jetzt wollte ich dort etwas mehr arbeiten um aus dem Arbeitssuchen Modus zu kommen und dem A.amt zu entfliehen.

Gesagt getan.
Doch was ich dann da erlebte war unglaublich, (also in Bezug auf das Pensum was die Beschäftigten (man_ich) zu schaffen hatten).
Es gab scheinbar Verträge (zwischen Auftraggebern + Gebäudereinigungsfirma), wo man_ich Beispielsweise zwei- Komme- fünf Stunden Zeit für ein Objekt hatten. Diese Reinigungszeit war aber aus der Welt der Utopie gegriffen, denn an jedem dort eingesetzten Tag (Mo-Fr) benötigte man_ich mindestens das doppelte an Zeit (+++). Das war dann meine eigentlich ganz private Freizeit= freie Zeit nicht Arbeitszeit! (nur um das noch mal ganz klar auszudrücken.)
Als ich die Mehrarbeit ansprach hieß es dann, dass man bei anderen Objekten ja auch mal weniger Zeit benötige. [*4]
In meinem Fall war das ein Objekt, einmal in der Woche. Da war ich ungefähr zwei Stunden schneller. Bei allen anderen Objekten (viele verschiedene, mein Fahrzeug, kein km Geld!), brauchte ich mindestens die vorgegebene Zeit und dann war ich gut.

Das Problem was ich darin sehe ist, dass die Firma Verträge so gestaltet, dass sie die Aufträge bekommt. Leider, ist der Konkurrenzdruck dann so groß, dass am Ende die Mitarbeiter die Leidtragenden sind. Die sich dann am nächsten Tag auch noch anhören dürfen, dass sie nicht sauber genug arbeiten oder ganze Aufgabenbereiche gar nicht erledigt hätte.
Ich finde das immer noch unbegreiflich. Da hängt man am Tag kostenlos, geschenkt und aus freien Stücken FreiArbeitsZeit (+++ Stunden) dran, um dann einen auf den Deckel zu bekommen (von den Objektleitern die sich beschweren) von wegen man würde nichts machen.
„Ja da sind noch Streifen zu sehen auf dem Boden…“
„Der Müll wurde nicht getrennt…“
„Im Waschbecken waren noch flecken…“
„Die Spiegel glänzten nicht…“
„…“ [*5]
Unglaublich.
Kopfschüttel_jetzt_hier_gerade.

Merke gerade wie wütend mich das macht.

Die Auftraggeber Wissen gar nicht was zum einfach nur sauber machen dazu gehört und das, wenn man vom Fußboden Essen will, man auch mehr bezahlen müsste.
Die Mitarbeiter sind die Betroffenen_Betrogenen_Benachteiligten_Geschädigten_Leittragenden und den Auftraggebern ist das scheiß egal [*6], weil die müssen_wollen ja so wenig wie möglich ausgeben_Kassen sind ja überall leer. [*7]
Ich finde die, die sich beschweren, sollten mal selbst eine Woche die Reinigung ihres Objekts erledigen. Um überhaupt zu wissen, was dahinter steht und welche unglaublichen, zeitlich, nicht schaffbaren Leistungen die von einem fordern_verlangen (Höchstqualität bei extrem niedrigen Kosten). [*8]

Ach und auf die Frage nach den unbezahlten Stunden wurde darauf hingewiesen, dass ich ja dafür jetzt Mindestlohn bekomme. [*9]
Ich sage ganz lieb:
Herzlichen Dank.


[*1] zumindest im Moment jetzt gerade wieder
[*2] Ich wäre aber auch Glücklicher (ein wenig), wenn man trotz Vollzeitberuf (wirklich teils auch volle Freizeit) den Lebensunterhalt bestreiten könnte.
[*3] A.amt= Agentur für Arbeit
[*4] Tragen dann andere Auftraggeber die Kosten für andere? Das ist ja auch irgendwie nicht korrekt.
[*5] Dazu sollte ich erwähnen, das man_ich sich beeilen musste und manche Dinge auf die Tage verteilen musste, um überhaupt noch fertig zu werden. Es gab keinen Zeitpuffer wo man bei extremer Verschmutzung noch Zeit gehabt hätte zum Beispiel die Böden mehrmals zu wischen. Zu bedenken; es war Winter, immer extrem verschmutzt.
[*6] Entschuldigung wegen dem …egal
[*7] Nachvollziehbar, doch spart man da auf Kosten von (Mit)Menschen- wo ich dann das Gefühl bekomme, das deren Arbeit weniger an Wert hätte, als den anderer Menschen. Das glaube ich ist auch noch ein eigenes Thema. Notitz an mich selbst machen…
[*8] Das Menschen oft nicht Wissen was ein anderer alles bei seinem Beruf leistet, fällt mir oft auf. Was mich zu dem Gedanken führt, dass allen Menschen etwas mehr Rücksicht und Achtsamkeit füreinander gut tun würde.
[*9] Und das nur um vom A.Amt weg zu sein. und am Ende fast genauso viel Raus zu haben wie ALG I

copyright by Miss Tueftelchen

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6 thoughts on “ArbeitsRealitäten”

  1. Interessanter Post , leider Gottes ist es in den meisten Fällen so das viele Leute mit Ihrem Hauptjob einfach nicht mehr genügend verdienen um sich alle die Wünsche zu erfüllen. ..
    Ich selber verdiene momentan mehr Geld Nebenberuflich wie ich Hauptberuflich bekomme und das als gelernte Fachkraft, das ist schon lachhaft…

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    1. Ich finde das eher traurig als Lachhaft.
      Hab die Erfahrung auch gemacht, dass ich als Fachkraft weniger verdiene als bei einem Nebenjob. Das finde ich traurig. Noch gravierender finde ich eigentlich auch; dass man als Fachkraft keine Zeit für einen Nebenjob hat (teils, kommt ja auch auf den Beruf an) und das was man verdient gerade so reicht und eigentlich zu wenig ist. Wo an Wunscherfüllung nicht zu denken ist…

      alles irgendwie nicht richtig und doch denke ich, beklagen bringt da auch nichts. Andere Menschen haben es noch schlimmer und wir_(hier) haben es im Grunde super gut, dass weiß ich auch zu schätzen… das was hier so selbstverständlich ist und dann noch beklagt wird ist nicht überall so_ es ist kostbar… nur etwas, ungerecht verteilt… aber das gilt auch irgendwie Weltweit…
      Unendliches Thema glaub ich…
      Danke für deine Meinung, bin Gedanklich etwas abgekommen…

      Gefällt mir

  2. Es ist schlimm für welchen Lohn man in machen Brachen mehr als Höchstleistungen verbringen muss. Ich kenne das. Mein Mann arbeitet 40 Stunden in einem Lagerbetrieb. Container ein und ausladen, Logistik usw. Für einen wahnwitzigen Niedriglohn. …. Aber er „hat“ was…und liegt dem Staat nicht auf der Tasche…. ob es zum gut Leben reicht? Das ist doch nicht so wichtig…..😐

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    1. Ja, da hast du recht.
      Das schlimme ist ja auch, dass es nicht wirklich reicht und wenn etwas unvorhergesehenes an ausgaben hinzukommt, weiß man trotz Vollzeitbeschäftigung nicht mehr, wo man das Geld noch herzaubern soll_kann.

      Mindestlohn ist ja schön und gut, doch was ist mit denen, die in einer Beschäftigung stehen wo Ausnahmeregelungen existieren und eben nicht alle Mindestlohn erhalten. Trotz weniger Geld in der Tasche, zahlen diese Menschen die Verteuerung mit- ohne es sich leisten zu können. (schreibe da aus eigener Erfahrung. In meinem Beruf ist es gar nicht möglich gleich allen Mindestlohn zu zahlen. Denn diese mehr- Lohnkosten von mehren 10 000€ müssen kleine Firmen auch erst einmal stemmen. Ich habe dafür Verständnis, doch es ist schon sehr niederschmetternd, das alles)…
      Ich glaub da könnte ich mich immer weiter drüber ergießen…)

      Ja, dem Staat nicht auf der Tasche liegen, und dann sieht man das manche ALGI oder II Empfänger es sich leisten können z.B. mal Urlaub zu machen, während man selbst das nicht kann. Trotz Arbeit.
      (Sind sicher nicht die Masse aber doch ein paar).
      Schlimm, Niederschmetternd und traurig all das.
      Endlose Gedanken meinerseits.

      Danke für deine Zeilen auch wenn der Grund eher traurig ist.

      Gefällt 1 Person

MissTueftelchen freut sich auf deine Zeilen

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