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Sitzen im MöbelwarenEinkaufsland

Hier sitze ich nun, im Möbelwareneinkaufsland und habe mich verlaufen.
Verlaufen in den Zielen meines Lebens, dabei, klein denkend, nur in der Nachmittagsplanung. Ein Orkan ist durch mein Sein gebrecht und hat alle Vorstellungen durchwüstet und ein Chaos des Denkens zurückgelassen.

Ich bin geflohen, aus der Wohnung. Stand schon sehr weit hinter mir. Zitternd, frierend in atemloser Panik.
Angst bannte sich den Weg und drohte mich existenziell auszulöschen.
Ich floh, weil mir in unserem Zuhause [*1], ungewollt sein- gepaart mit Hass und Aggression- entgegenschlug.
Zustandsgefühle die ich nur schwer aushalten und als gegeben akzeptieren kann [*2].

Bin in einem Möbelgeschäft (nein, kein schwedisches) angekommen, angenehme Kühle produzieren die Klimaanlagen und ich knautsche mich in einen Sitz sack, mein Blick sucht das Angebot nach etwas wie einer Hängematte ab, kann aber keine finden. Schade..

Nein, Entspannung ist das hier nicht, auch wenn es so klingen mag, aber es ist besser als den Gefühlen, der Panik, Stärke zu geben und mich _in mich_ fallen zu lassen_zu verlieren.
Ich zittere noch immer und frage mich, wie ich es geschafft habe hier her zu kommen.
Erinnere mich nicht mehr. Ein Kloß im Hals lässt mich, nachdenklich, an mein vermutlich draußen parkendes Auto denken. Das muss ich nachher also wieder suchen. Wie so oft, wenn ich mich verliere. Mein_mich- Dinge suchen und finden, das kann ich schon ganz gut.
Das wackelnde Bibern meines Körpers wird nicht besser und ich stelle erschrocken fest, dass ich auch das regelmäßige Atmen eingestellt habe.
Panik, Panik, Panik schreit mein Denken und ich sage mir leise; Luft ein und ausatmen…ein…aus…. Minutenlang hocke ich in (m)einem Sack und versuche mir das Atmen bewusster zu machen.
Ich warte… das es wieder allein funktioniert und das die Ruhe in mich zurückkehrt und die Angst ablösen kann.

Erinnernd an; manchmal ist es unendlich schwer zu atmen… es tut so weh. Es ist kein körperlicher Schmerz, es ist ein dumpfes, stechendes Gefühl in meinem Herzen. Flüsternde Stimmen stechen hinein und ich versuche sie zu ignorieren, doch das was sie gedanklich an mich tragen, nagt arg an meinem Glauben und meiner Hoffnung, dass es besser werden kann.

„Was kann denn besser werden? Was ist denn besser? Was ist ES?“
Es ist das Leben, das Leben das nach mir ruft und mir sagt es darf sein, ich darf sein, ich darf fühlen, ich darf denken, ich darf wünschen, ich darf …. so vieles und doch traue ich mich das wenigste.

Es, ein Leben in jeder Sekunde meines DaSeins- so intensiv als wäre es die letzte, ein ich leben im hier und jetzt.
Auch wenn die VergangenheitsKackMistScheiße ständig in meine Gegenwart kotzt und ich irgendwie zum nicht begreifen bestimmt bin.
Ahnungslos vor einen Haufen damals_Vergangen_Zeug stehe, ohne Bezug, ohne Gefühl, ohne Erinnerung_ nur das Wissen, das der gekotzte faulige, giftige Haufen, unverdaulich war.
Vergangenes, ungenießbare, verdorbene Leben, aus dem ich heute und hier mein „Es = Leben“ zimmern darf.
Doch es ist so unendlich schwer, jeden Tag neu zu (er)fühlen_(be)leben.

Es dringt ein Kinderlachen an mein Ohr und ruft mich gedanklich in die Gegenwartssituation zurück.
Familien die Kinderzimmer planen stehen vor lustigen Betten (wie ein Piratenschiff oder eine rosapinke TraumPrinzessinnenKutsche [was es nicht alles gibt]) und beraten sich.
Schockiert kombinieren meine erstarrten Gehirnzellen, dass ich in der Kinderabteilung sitze!
Warum bin ich nur so bescheuert und bin nicht zu den Wohnzimmern gegangen? Warum tue ich mir nur selbst immer wieder (un)bewusst weh.
Eine KontaktmenschKollegen Frage aus der letzten Woche, schießt in meine Erinnerung:
„Hast du eigentlich Kinder?“
Ein Stich zieht sich durch mein Herz und die Traurigkeit über die einsame Entscheidung sagt mir, wie schwer diese gefallen war.
Es tut weh.
Schmerz so lebendig.
Ich bin lebendig.
Da.

Atmen geht langsam wieder.

Ich richte mich auf, laufe nach unten und suche mein Auto. Drücke dabei immer wieder die Klick_Klick FernTürÖffnung. Nichts passiert. Noch zu weit weg…

Zwei Personen stehen neben mir, reden über einen Menschen und das S. mit E. geschlafen hat. Debattieren, wie die zwei das finden…
…ich wollte das wirklich nicht hören! Doch in meine Gedanken tröpfeln weitere Sätze…
Sind so was übliche Menschliche Probleme? Mir erscheint das so nichtig, so unwichtig.
Sind solche menschlichen ProblemeBeziehungen ein Teil der Essenz des Lebens? Das ich nicht zu verstehen scheine? Warum verstehe ich solche Sätze nicht als Probleme? Liegt das an meiner Unfähigkeits(ver)bindung zu anderen Menschen? An meinem anders ver_zer_über_mit denken_fühlen?
Ich weiß es nicht…

Laufe auf dem Parkplatz weiter hin und her und schiebe die Gedanken beiseite… da endlich ein aufblinken-
da ist es mein Auto_genau dort.
Erleichtert lasse ich mich auf den Sitz fallen und bleibe still.
Atme ein, aus…schaue aus dem Fenster.
Neben meinem Auto ein Pärchen in dem ihren.
Ich sehe gerade noch, wie er ihr Gesicht in die Hände nimmt und sie sich verbinden.so liebevoll. Ist das zärtliche Liebe?

Ich starte den Motor, er springt an, ich rolle durcheinander, aufgelöst vom Parkplatz…
atme ein_aus_ein_aus und vergesse…


[*1] KontaktmenschFreund und MissTueftelchen
[*2] KontaktmenschFreund ist einfach so. Muss lernen zurechtzukommen, wenn ich der meinen Liebe einen Chance geben möchte. Liebe gehen lassen, noch einmal, gefühlt schon mehrmals, das würde ich nicht mehr aushalten. Glaub ich. Der Preis ist nicht hoch aber realistisch schmerzvoll. Wohl bewusst das Liebe so nicht sein sollte. Doch wenn zwei Menschen die unfähig sind aufeinander treffen, ist das vielleicht das beste was daraus entstehen kann… konfus.

copyright by Miss Tueftelchen

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