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freudige, traurige Herbstwinde

Ich laufe durch die Straßen, ein kühler Wind weht mir durchs Haar.
Es ist ein HerbstWind, er erzählt mir etwas von Kälte, Frost, Schnee und Winter.
Dicke Wolken hängen tief und scheinen am Horizont die Welt zudecken zu wollen.
Ich möchte laufen, immer weiter… weg. Wie weit, wird es bis zu den Wolken wohl sein?
Ich ziehe den Pullover enger und bemerke, fast entsetzlich, dass die Sommerhitze vorbei ist.
Noch immer ist mir das nicht ins Bewusstsein getropft…

Als ich das Haus verlassen hatte, ging ich so wie ich vorhanden war (immerhin mit einem Jackenpullover), denn das war ja die letzten Monaten immer so. Man brauchte keine Jacke oder etwas wärmeres doch jetzt?
Hättest du mal lieber deine Jacke angezogen…! ruft es aus dem Inneren.
Ja, das hätte ich wohl.

Ich fühle die Taubheit meiner KörperEnden_Zehen und ahne, das sie frieren.
Habe ich überhaupt Socken an?
Am Weltenrand bemerke ich, meine Hülle, die ich nun wieder mehr schützen muss. Was nicht so einfach ist, weil mir die Nachfühlkomponente fehlt.
Ich hasse es jetzt schon, wenn ich daran denke, dass meine Zehen wieder eisig blau werden und ich es nicht ändern kann [*1]. Ich hasse den Körperlichen KälteSchmerz, der viel zu spät in meinem Kopf ankommt.
Das auftauen der Hände und Füße… nach der fühllosen Taubheit, folgt ein kribbelnder Auftauschmerz. Es dauert seine Zeit… manchmal, wenn ich abends erfroren nach Hause komme, bis zum nächsten Morgen und da, geht es dann auch schon wieder raus in die Kälte.

Eine tiefe Traurigkeit strömt in mein Denken.
Kälte, Schnee und Frost erinnern an mein berufliches JahresSaisonEnde.
Ich erinnere mich an letztes Jahr. An den einschleichenden Abschied, der eingeläutet wird mit den letzten Herbstaufgaben.
Ich muss fast weinen. Sei nicht so sentimental ruft es lautstark aus dem Inneren…
Ich weiß, ich habe das schon zig mal ausgehalten und mir ist bewusst, dass die Zeit auch schnell vorbei gehen wird, dennoch fühlt es sich in meinem Herzen unglaublich schwer an, so schmerzlich vertraut…aushaltbar…doch wie nur, wie?

Alles geht so schnell, die Zeit rast in einem Tempo und doch ist sie stetig konstant, nur mein Gefühl zu ihr hat sich über die Jahre scheinbar verändert.
Rückblickend, damals einst, war sie schon auch vorhanden, aber dennoch irgendwie anders.
Ich bekomme langsam das Gefühl, dass je mehr Jahre man zählen kann, desto schneller vergeht sie, die schleichende Zeit…

Gerade erst hat die Saison des Jahres angefangen und ich höre mich noch zu meinen lieben MitKollegen sagen, dass wir „schneller wieder frieren werden“, als wir denken und jetzt?
Steh ich vor meinem Kleiderschrank und überlege, wie viele warme Sachen ich anziehen müsste, damit mir nicht kalt würde.

Ich hörte im Radio die Meldung, dass es Bodenfrost geben könnte und mein Denken ruft dazwischen
Äh, wie jetzt?
Irgendwie ist der Herbst noch gar nicht recht in meinen SommerSonnenStrahlenGedanken eingedrungen. Ich weiß nicht, der Sommer war so schnell rum und einen Übergang habe ich gar nicht mitbekommen.
Wenn ich das Haus verlasse, habe ich noch immer nicht viel an, weil ich nicht spüre (oder zu spät) dass die Kälte in die Tage Einzug hält.

Ich freue mich dennoch auf die wundersamen Schneeflocken.
Wie sie tanzend, zu einer stillschweigenden Wintermelodie, vom Himmel fallen. In kleinen zarten, feinen Flöckchen oder auch in riesen Wattebausch ähnlichen Wolkenformationen [*2]… In unendlich, einzigartigen, vielen wundersamen_vollen Kristallen.
Wie macht das nur der Winter?
Jede Flocke neu, anders, Diamentenglitzerfarbengleich zu kreieren. Kleine phänomenale Selbstdarsteller, fallen dann vom Himmel und die Menschen fluchen, ärgern und zedern über den bösen Winter, das zu glatte Eis und die oft unsagbaren Schneemengen die (natürlich) auf einmal vom Himmel fallen. Doch der Schnee, das Eis und die Kälte ist unheimlich wichtig für die unsichtbaren_fühlbaren Weltenzusammenhänge und die Menschen sind da doch auch nur ein klitzekleiner Teil. Ein so kleiner Teil und doch so massiv eingreifend in zerfiederte, für manche vielleicht unsichtbaren, ökologischen Verbindungen. So wichtig, so unsichtbar und doch vorhanden.

Dankbar schaue ich hinauf in den noch blauen Herbsthimmel, bewundere die tiefhängenden Wolken, die bei jedem Schritt ungreifbarer werden. Laufe noch immer auf sie zu, sie sind so weit weg. Kann sie wohl nicht mehr berühren. Schade…vielleicht sind sie wie Nebel… nur Nass und durchgreifend, unFühl_BerührBar. Vielleicht sind sie wie Zuckerwatte, süß und schmelzend. Oder einfach wie weiche WattebauschKissen. Einfach reinfallen lassen, davon schweben und hoffen das die Menschen Dankbarer werden, über das was sie unsichtbar haben…


MissTueftelchen bei flickr

Ich schwebe davon… schaue hinab und sammle Tröpfchen und Löcher, greife nach dem Klebstoff der Welt und forme kleine Eiskristalle…schicke sie hinab… schmelzend landen sie… vielleicht auf deiner Nasenspitze…?


[*1] Irgendwann hatte ich so starke Schmerzen dass ich wegen den Zehen zum Arzt musste und so ekelhaft das auch ist, erinnre ich mich lächelnd an die Situation des Termin ausmachen.
Ich sagte zur Sprechstundenhilfe dass ich mal vorbei kommen müsste, weil ich ein Zehenproblem hätte. Sie meinte dann zu mir, wenn sie etwas mit den Zähnen haben müssen sie zum Zahnarzt…
[*2] Kennen die AutofahrerInnen unter euch sicher auch gut. Ist man mit dem Auto unterwegs, kommen einem Monsterflocken entgegen. Gerade auch im Dunkel des Abends_der Nacht sind sie enorm, sehr, viel größer. Man hat förmlich das Gefühl von einer weichen Gefährlichkeit erschlagen werden zu können.

copyright by Miss Tueftelchen

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