🦄phäno(r)mal

♫ ♪ Hupen ♪ ♫ statt helfen…

Gestern höre ich im Radio den Wetterbericht, klar nicht gerade außergewöhnlich.
Er erzählte mir etwas von Schnee, auch schon bis zur 400m Marke und ich überlegte wie hoch_tief ich denn hier bin.
Heute Morgen begrüßten mich dicke Flocken und ich war froh, dass ich Kleidungsmäßig das Zwiebelprinzip angewandt habe.
Das heißt in meinem Fall: Thermoleggings unter der Arbeitshose, Hot Heat Socken und meine super warmen Winterarbeitsstiefel, (Thermojacke und Wattejacke hatte ich vorsichtshalber auch schon mal eingepackt, denn man kann ja nie Wissen) Regenkleidung bildete den krönenden Abschluss.
Nachdem ich das Betriebsauto (mit allem was ich brauchte) beladen hatte, konnte ich MegaHammerWarm eingepackt in den Arbeitsalltag starten.
Dicke Flocken flogen mir, aus der Dunkelheit, im Scheinwerfer Licht entgegen. Nein eher fuhr ich in sie hinein, denn die Schneeflocken fielen eigentlich nur sacht nach unten. Ich freute mich über die Wattebausch weichen Flocken und begann ein wenig später mit meinem Arbeitswerk.

Schnee_Erdmatsch, Laub und Unkraut machten mir die Arbeit nicht gerade leicht, unter meinen Sohlen sammelten sich ganze Stollen SchneeMatschDreck und ich fühlte mich gleich Zehn Zentimeter Größer… Na, wenn das nichts ist 😉

Erste Etappe der Aufgaben war geschafft und ich startete wieder mit dem Auto zum nächsten Einsatzort.
Auf der Straße beobachtete ich gestresste Autofahrer, unglaublich dachte ich mir beim Zugkurbeln des Fensters. Ich hatte das Gefühl, die Menschen haben das erste Mal eine Begegnung mit dem SchneeFlockenTreiben.

An einer Ampel staute sich der Verkehr, beim Blick auf die Uhr wurde mir bewusst, das die Morgen Rush Hour vermutlich gerade aktiv ist.
Egal, Schneeflocken tanzen und ich Summe ein Lied von
♫♪ Chapeau Claque (3x Schnee)♪♫…(Hab ja kein Radio im Betriebsauto)

Als gerade ein nasser Tropfen gegen meine Nase knallt und ich mich frage wie die Schneeflocke es durch die Lüftung des Autos geschafft hatte?
Sehe ich, das der Verkehr vor mir wieder ins Rollen kommt und ich mache mich bereit, lege den Gang ein und schaue nach vorn.
Wisch, Wisch, Wisch schieben die Scheibenwischer die Tropfen von der Scheibe und ich muss mich zusammenreißen, dass ich mit dem Kopf nicht mit (hin und her) gehe… (Herje wie alt bin ich denn…).

Vor mir ein Mopedfahrer (größere Maschine), wahnsinnig mutig denk ich mir, er eiert los und ich ahne schon, das wird nicht gut gehen…
Er fällt und bleibt liegen.
Ich voller Panik, suche die WarnblinkLeuchteTaste in meinem Cockpit. Finde sie nicht! Schaue nach hinten, das Fahrzeug hinter mir steht noch, also springe ich aus meinem Auto. Verheddere mich noch in meinem Gurt und falle fast in den Straßenmatsch.
Gerade noch mal ab_aufgefangen, stürme ich zu dem Mopedfahrer und helfe ihm sein Gefährt aufzurichten.
Frage ihn noch ob alles gut ist und ob er okay ist.
Er meint ihm fehle nichts.
Ich gehe wieder zu meinem Auto und setzte mich, schnalle mich an und ärger mich maßlos über das schon seit Minuten andauernde Hubkonzert.
Meine Güte, da liegt ein Mann im Dreck und ist vielleicht verletzt und die haben nichts Besseres zu tun als zu hupen? Was ist das nur für eine Welt?
Ich beobachte wie der Mopedfahrer an den Rand der Straße geht, scheinbar bekommt er das Fahrzeug nicht mehr an.
Hupen hinter mir und ich rolle an und brause davon, um die Straße frei zu machen.

Erst als ich am nächsten Einsatzort bin, frage ich mich ob der Mopedfahrer wirklich okay war, und nicht der Schock aus ihm gesprochen hat.
Ich bin erschrocken über mich, weil ich mal wieder einfach los gefahren bin, ohne noch mal an den Rand zu fahren und nachzufragen.
Das hätte ich tun müssen.

Jetzt sitze ich hier und hoffe das alles gut gegangen war… wie so oft nehme ich mir vor, beim nächsten Mal genauer hin zu schauen.
Mit dem Wissen, das ich dann vermutlich genauso durcheinander bin und wieder nur so reagiere, wie ich reagiere und das scheint mir zu wenig zu sein…

Liebe Autofahrer mit dem Hang zum Hupen,
die Hupe ist eigentlich nur anzuwenden, wenn man andere warnen möchte oder außer Orts einen Überholvorgang ankündigen möchte [*1].Ja, letzteres war mir auch neu….
Sinnloses hupen[*2], um zu zeigen wie genervt man ist, ist (nur mal nebenbei erwähnt) strafbar… ganz zu schweigen von unterlassener Hilfeleistung.
Umsichtiges fahren und mal über sein eigenes Sein hinaus schauen kann helfen, andere Leben zu retten.

In diesem Sinne.
Lege ich virtuell meine Hand auf eine hupe und hupe dir_euch die Melodie:
♫♪ „Spiel mir das Lied vom Tod“ (Eennio Morricone) ♪ ♫…


[*1] StVo §16
[*2] Freudiges Grundlos huben kostet wohl Fünf Euro (nach meinen Recherchen).

copyright by Miss Tueftelchen

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7 Gedanken zu „♫ ♪ Hupen ♪ ♫ statt helfen…“

    1. Finde gut das auch dir jemand geholfen hat, es beruhigt mich zu Wissen das es mehr Menschen gibt die akut helfen.

      Ich weiß nicht warum die Menschen immer erst einmal wie von außen schauen was wo wie gerade passierte und dann zögernd eingreifen_handeln_helfen. Haben wir Menschen das unvoreingenommen anderen helfen verlernt? Oder haben Menschen da Angst? Ist da so viel Misstrauen unter den „vorher Überlegenden“?

      Kalkuliert helfen scheint da weniger ein Problem…

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      1. Unsicherheit, etwas Falsches zu tun?
        Bei einem anderen Unfall (zu Fuß) waren auch sofort hilfsbereite Menschen da – das hat mich tief beeindruckt 🙂 Hängt wohl leider auch davon ab, wann, wo, wie und wem da etwas passiert…

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        1. Ja, Unsicherheit das kann sein.

          Allerdings gar nicht erst zu schauen, was passiert ist_war ist eigentlich, finde ich, wie weg schauen.

          Wie, Wann und Wo ist sicher auch ein Faktor.
          Ich hatte sogar schon die Überlegung, dass es am Wetter lag. Es war ja extrem Regennass und kalt, da wollten viele ihr Auto nicht verlassen. Fußgänger gab es glaub ich gar nicht..

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              1. leider, dabei kann es doch gut sein, wenn mehrere helfen: einer ruft bei Bedarf den Notarzt, ein anderer sichert die Unfallstelle, wieder ein anderer leistet erste Hilfe oder beruhigt das Unfallopfer. Es gibt so viel zu tun…

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