🌼 FriedhofsGärtnerin mit Leidenschaft

kleines WackelohrMäuschen

Nach ein paar eisig kalten Novembertagen, hatten wir unendlich Glück, das uns so ein wundervolles HerbstSonnenWetter geschenkt wurde.
Es war traumhaft wie die Sonnen uns die Tage wärmte. Sie knallte, mit ihren (gefühlten) gelborangen Lichtstrahlen, direkt in unsere Herzen. Und so hing ich, in den letzten Tagen, meinen JahresEndGedanken nach und wurde wehmütig und traurig weil die Friedhofsgärtnerische Saison dem Ende unausweichlich entgegen lief.

Nach dem Winterzauberabdecken der Pflegegräber mit Tannen (wie Abies nobilis, Abies nordmanniana und verschiedenen Koniferen zur Dekoration), blieb nur noch das Entfernen von wirklichen extrem vielen Blättern, wirklich eine wahnsinnige Menge.
Dieses Jahr hat die Witterung (und der extreme Wind) dazu geführt, dass die Bäume plötzlich alle auf einmal jede Menge ihrer grünen Wunderkunterbunter Blätter fallen ließen.
Wir (die Kollegen und ich) konnten nicht überall gleichzeitig sein und so arbeiteten wir uns Schritt für Schritt zu den Pflegegräbern durch.

So schön und Herzerwärmend das bunte Laub auch ist, zu viel auf den Bodendeckenden Bepflanzungen ist auch nicht gut_gesund.
Je dicker und undurchdringlicher so eine Schicht aus (auch langsam verrottendem) Blattwerk ist, desto schwieriger haben es die Grünlinge darunter. Es fehlt dann vor allem an Licht und Wasser (was zu Kälte Trockenschäden [*1] (und andere) kommen kann).
Beim weg saugen der dicken Laubschichten haben wir auch ganz viele Tiere aufgeschreckt. Das tat uns dann auch sehr Leid, die kleinen Feuerkäfer und Co aufzuwecken und ihnen die Winter zudecke wegzunehmen. Da es jedoch noch nicht ganz so kalt ist, finden sie ganz sicher noch eine neue Bleibe an Orten wo noch ein wenig Laub liegen bleiben darf [*2] .

Die verschiedensten Tiere trifft man auf dem Friedhof. Es gibt gefräßige Hasen, Rehe und Nacktschnecken, verstecke Füchse, Igel, Regenwürmer und kleine Mäuschen…

Ein niedliches kleines WackelohrMäuschen ist mir in meinen letzten Tagen über den Weg gelaufen.
Das war so knuffig. Ich las gerade riesengroße Kiefernadeln (Nadeln einer Schwarzkiefer- Pinus nigra) von einer fabelhaft gestalteten (natürlich 😉 ) Wahlstelle [*3] ab und nach dem ich alle Nadeln von der Grabstelle abgefummelt und an den Rand geworfen hatte, schnappte ich mir meinen „Drahter“ [*4] um alles zusammen zu ziehen und in einen Eimer zu packen und dann aufs Auto.
Gedankenverloren schwang ich mein Wunderarbeitsgerät und lauschte dem monotonem, lauten, nervigen und bald vermissendem Laubsauger- Geräusch meiner Kollegin, die in meiner Nähe ihren Laubentfernungszauber wirken lies, als ich im Augenwinkel einen huschende Bewegung wahrnahm.
Schnell wand ich meinen Blick und ein kleines weißes_bräunliches Mäuschen, mit zwei Streifen auf dem Rücken, hüpfte in meinem Sichtfeld auf und nieder.
So unglaublich lustig und niedlich. Ich wollte so gern eine Kamera schnappen und alles einfangen, doch ich hatte Angst, sie durch meine bewegende Anwesenheit aufzuschrecken.
Das Mäuschen versuchte an der Umrandung hoch zuspringen (die Wahlstelle ist von einem Zaun umschlossen, der in einer Höhe von etwa 40 cm anfängt, diese 40 cm nach unten, sind undurchdringliches Mauerwerk).
Es war zu putzig, weil sie dabei eine für sie ziemlich große Eichel im Mäulchen trug (einer amerikanischen Eiche- Quercus rubra).
Plötzlich hielt sie inne mit ihrem doing… doing… doing… springen …
… und lauschte,
… schaute in meine Richtung
… und ich war bemerkt!
Sie ließ die Eichel fallen
… rannte etwa 20 cm davon
… blieb stehen
… drehte sich
… hielt inne
… lauschte
… drehte ihre Öhrchen
… rannte wieder zur, viel zu großen Eichel
… schnappte sie
… drehte ab
… rannte wieder davon
… hielt inne
… versteckte sich hinter den Grabsteinen
… und war auf einmal nicht mehr zu sehen…

Es war wirklich unglaublich süß und niedlich und Neugierig wie ich dann war recherchierte ich wie wild, um was für eine Maus es sich da gehandelt haben könnte.
Am Ende musste ich feststellen, das meine Suche nach einer Mausart mit zwei dunklen Streifen auf dem Rücken ergebnislos blieb.
Scheinbar gibt es keine solchen Mäuse, so das ich mich vielleicht in diesem kurzen Moment getäuscht hatte und sie hatte nur ein Streifen.
Es handelte sich vermutlich um eine Echte (wilde) Maus ,entweder eine Brandmaus – Apodemus agrarius [*5] ziemlich sicher wegen des(r) Steifen(s) oder eine Waldmaus – Apodemus sylvaticus [*5] wegen des Habitus.

Schade das ich kein Bild machen konnte, oder gar ein Video das wäre schön gewesen aber ich war einfach zu gefesselt, von dieser kleinen wunderschönen Begegnung.

Vielleicht könnt ihr ja bei einem Herbst(fast Winter) Spaziergang auch ein paar kleine Tiere oder für euch neue Pflanzen entdecken?


[*1] Pflanzen (Schwerpunkt Gehölze) durch eine letzte Düngung im Herbst (vor allem Kalium betont) stark machen für den Winter.

[*2] Alle die auch so hinterher sind ihr Laub zu entsorgen, lasst ruhig mal an kleineren Ecken und unter Gehölzen Laub liegen. Da können kleine Tiere überwintern und die Milliarden Mikroorganismen haben auch was zu tun (wenn es wieder wärmer wird, im Winter sind die durch unwürdige Temperaturen auch weniger- gar nicht aktiv)

[*3] Wahlstellen sind Grabstellen die nicht nach der Reihe (wie Reihengräber) belegt werden. Der Grabnutzer kann sich eine Grabstelle frei aussuchen und dabei auf seine Individuellen Wünsche und Vorstellungen eingehen.

[*4] Drahter, Der: An einem langen Stiel aus Holz, befinden sich elastische fächerartig angeordnete verzinkte Federstahlzinken. Mit dem Drahter_Laubbesen kann Laub, Rasenschnitt, Schnittgut, (etc) optimal zusammen gekehrt_drahtert werden um diese Haufen später aufzuladen_sammeln und dies dann der Kompostierung zuzuführen. (Dabei ist zu beachten: das Krankes und Schädlingsbesetztes Laub und Co nicht auf den Kompost gehört!)

[*5]
kleinsaeuger.at
Schaut da unbedingt mal vorbei, auf der Seite kann man ganz viel entdecken.

copyright by Miss Tueftelchen

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