💭Gedanken fangen

Die vierte Seite

Ich lese hier und da über Legasthenie in Sprache, Lesen, Schreiben und Fremdsprachen.
In meinem Kopf erinnern sich Geschichten die mein Mutttier erzählte, über das Beibringen, wie einst klein MissTueftelchen stolpernd anfing das lesen und schreiben zu erlernen. Wie wir Stunden zu brachten im RückwärtsLesen,
(ihre Methode mir Lesen beizubringen. Ein Wort wurde zugedeckt und dann hat sie von hinten her die Buchstaben aufgedeckt.)
Heute kann ich lesen, leise für mich, nicht laut, nicht mit Betonung und oft ohne zu verstehen. Die Worte fangen an in meinem Kopf zu kreisen und ich verliere mitten im Satz die Bedeutung, grüble über das Verständnis einzelner Worte nach und verliere den Zusammenhang.

Ich lese im Internet etwas über ein mangelndes Gefühl für die Richtige Schreibweise der Wörter. Das ein Mensch mit Legasthenie seine Umwelt auf eine andere Weise wahrnimmt, anders empfindet…
Es wird beschrieben, das es beim Lesen (und auch schreiben) zu Buchstabenverdrehungen kommen kann und das so ganz neue Wörter entstehen, Wörter die so gar nicht aufgedruckt waren.
Ich erinnere mich an, letztens in einer Bücherei.
Hier lass ich mit schief gelegtem Kopf die Buchtitel und erst beim zweiten, dritten Mal hinsehen habe ich registriert, dass auf den Büchern ganz andere Titel standen.

Ich lese so viel was erklärt, wie ich mich oft fühle und ich spüre wie mir Tränen in die Augen laufen und hinaus wollen. Meine Gedanken rufen dazwischen: Kann das sein?
Eine tiefe Traurigkeit überkommt mich und ich verlasse den Raum, gehe nach draußen.

Der Erste Schnee des neuen Jahres knirscht leise unter meinen Gummi Klogs. Eisig kalte Luft lässt mich wieder etwas klarer Denken und ich frage mich ob all das viele gelesen auf mich zu trifft.

Erinnerungen an Weiterbildungsschulzeit fallen mir ein…
Eine Deutschlehrerin die mir das Gefühl vermittelte, zwar irgendwie Intelligent zu sein, aber in der Sprache allgemein eine totale Versagerin.
Eine ganz liebe Mitschülerin (Legasthenikerin ) wurde von ihr oftmals so behandelt, als wäre sie die dümmste auf Erden und das war sie auf keinen Fall. Doch durch den Stempel der Lese-Rechtschreibschwäche hatte sie scheinbar, gleichzeitig sämtliche Vorurteile auf ihrer Seite, (die nicht im geringsten zutrafen).
Jetzt im Nachhinein macht mich das sehr traurig.
Das Menschen die mit solchen Schwierigkeiten zu tun haben, noch zusätzlich Steine in den Weg gelegt werden.

Vor meinem Gegenwärtigen Sein erscheint die damaligen Facharbeit Situation…
… beim vorab Lesen dieser, meinte die Lehrerin; sie könnte nicht mehr weiter lesen, weil die Fehler einfach zu extrem sind und sie nicht die Zeit hätte, in jedem Satz unendlich viele Fehler an zu kreuzen.
Sie gab mir die Facharbeit zurück, mit den Hinweis auf das Verwenden der Rechtschreibprüfung und einer Unmenge an seltsamen Strichcodes für Falsch geschriebenes, am rechten Seitenrand.
Ich nahm sie mit roten Kopf und Peinlichkeit entgegen und sagte mit leisen Wörtern, das die Rechtschreibprüfung bei mir versagte.
Erst vor kurzen sagte ein Freund zu mir, dass es ihm damals graute meine Facharbeit auf Fehler zu lesen, da meine Sätze und Schriftsprache grauenvoll waren_sind.

Meine nicht vorhandene Rechtschreibung ist mir so peinlich, das ich in Bewerbungen das vierte Blatt eines Zeugnisses einfach  weg lasse, denn darin ist zu lesen:

„Die Arbeit enthält wesentliche sprachliche Mängel.“

Und nun sitze ich hier, mit meinem Blogprojekt. Ich frage mich, ob der Grundgedanke, mich auf diese Weise mehr mit der Schreibweise und Bedeutung der Wörter zu befassen gar nicht funktionieren kann, weil die Herangehensweise so bei einer Rechtschreibschwäche nicht wirken würde.
Es reicht nicht, sich einfach mal ein paar richtig geschriebene Wörter anzuschauen und dann wüsste ich wie ich es beim nächsten Mal korrekt schreiben könnte. Ich beweise mir ja selbst, durch immer wieder die gleichen Fehler oder neue absurde Wortfindungen, dass es nicht funktioniert.

Nach einem fast Jahr hier bei wordpress bin ich erstaunt, dass es noch immer liebe Menschen wie euch gibt, die meine Worte ohne Punkt, mit zu viel „zu“ und einer übertriebenen Komma Verwendung lesen.
Es ist womöglich weniger ein Lesen, sondern eher mehr ein; durch die Zeilen stolpern und fast fallen, wenn sich der_die Leser_inn durch meine Buchstaben quält.
Es fällt mir unheimlich schwer Sätze neu zu bilden oder umzustellen um weniger Kommas oder weniger „zu“ Sätze zu verwenden (dieser Satz ist das beste Beispiel).
Wenn ich meine eigenen Beiträge lese, stellen sich mir die Nackenhaare auf und meine Zehen wollen davon laufen. Es ist für mich immer wieder faszinierend, dass ich es schaffe vor jedes Wort einen Artikel setzten zu können, um dann zu glauben es sei ein Substantiv. Schreibe ich ein Wort in mehreren Variationen, erkenne ich nicht, welches davon richtig geschrieben sein könnte, dass ist wirklich zum verzweifeln.

Ich weiß nicht wie ihr liebe Leser_innen euch hier durch kämpft und dann sogar manchmal noch ein „gefällt mir“ klickt.[*1]
Mein Gefühl sagt mir, das einige_viele Beiträge wirklich nur schwer zu lesen sind und Zusammenhänge oft unerkennbar bleiben. Ein eventuell, vorhandener roter Faden trottet sich auf und zerläuft in tausende Richtungen, wie meine Gedanken, einfach davon…

Es ist finde ich an der Zeit mich bei euch ganz lieb und ♥ zu Bedanken.

Vielen, vielen Dank ♥ (fade out)

 


[*1] Ein  Gefällt mir (also euch) wo ich doch so wenig interagiere mit euch. Ist wohl auch ein eigenes Thema. Die Schwierigkeiten eines sozialen Verhaltens mit anderen Menschen_Euch die mir auch etwas bedeuten.
Vielleicht schaffe ich es irgendwann, etwas Themen anregender zu schreiben, etwas mehr das zu schreiben was ich denke, auch über die Welt und all das was uns täglich berichtet wird. Ich habe dazu so viele Gedanken, doch scheue ich mich hier Positionen zu beziehen, obwohl es eigentlich wichtig wäre, denke ich (auch wenn es schon so viele andere tun…) …da schweife ich wieder ab…

copyright by Miss Tueftelchen

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6 Gedanken zu „Die vierte Seite“

  1. Ich nehme Deine Wortkreationen als kreativen Sprachumgang und habe Gefallen daran. An jeder einzelnen und an dem daraus entstehenden Gesamtpaket. Sprache ist dynamisch und wechselhaft, auch in Schriftform. Mir selbst haben die dazugehörigen Regeln immer eher wenig bedeutet. Sie sind grundlegend notwendig, aber auch die Regeln entwickeln sich über die Zeit. Schwer zu lesen finde ich Deine Worte und Sätze nicht, da wo Stolperer sind, die ich zweimal lesen muss, werde ich mit einer schönen Wortschöpfung belohnt. 🙂 Ich finde manche davon so gut, dass ich sie selbst schonmal übernehme, wobei ich aber vorsichtig bin, weil ich nciht weiß, ob Dir das recht_angenehm_lieb ist. 🙂
    Deine Inhalte sind ohnehin lesens_bedenkenswert. Ich freue mich über Deine Artikel genauso wie über Deine Kommentare. Gerade da hast du mir schon wirklich schöne, wertvolle Dinge gesagt und Gedanken angestoßen. Danke dafür, misstueftelchen! 🙂
    Alles liebe, Jo 🙂

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  2. Das Lesen deiner Texte habe ich ehrlich gesagt nie als ein Durchkämpfen empfunden. Im Gegenteil, es ist für mich mehr so ein lockeres Sich-Einfinden in dein Er-/Gelebtes, Beschriebenes, das sich lebendig vor meinem inneren Auge bewegt.
    Und was mir sehr gefällt, sind deine Wortschöpfungen und deine Beschreibungen kleiner, feiner Details des Alltags.

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    1. Dankeschön, das sind so liebe Worte, da werde ich fast ein bisschen ^^‘ .
      Ich habe immer die Befürchtung das gerade das um_be_schreiben das Verständnis erschweren könnte und jetzt lese ich in deinen Worten genau das Gegenteil, das liest sich sehr schön und hört sich im Inneren Ohr nach:
      … es ist nicht alles chaotisch was ich schreibe_mache, vielleicht kommt es mir selbst nur so vor… an.
      Da hast du bei mir viele Gedankenrichtungen 💡 angeregt, dafür Danke ich dir sehr. ⭐

      alles Liebe

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