🦄phäno(r)mal

300 Meter

Wann bin ich eigentlich das letzte mal irgendwo hin gelaufen?[*1]

Schritte13%
on the way

Auf dem Weg zu einem Termin…
…ich mal wieder…
…zu früh und dabei dachte ich noch:
ich schaff es nicht mehr.

Knirschend rolle ich in eine Parklücke, stelle die Parkuhr, steige aus und zog atemlos, gierig die eiseskalte Luft in meine verschrumpelten Lungenflügel.

Jetzt schon an den Ort des Grauen gehen?

Ich schaue mich suchend um, wonach genau weiß ich nicht…
… in der fern entdecke ich ein Schild…
Ju_hu, eine Filiale meines Obst_GemüseLandens.
Ja, denke ich, schaue auf die Uhr, noch 35 Minuten, das schaffe ich.

Jetzt erst merke ich, wie kalt es wirklich ist. Greife zum Reißverschluss meiner Jacke und ziehe ihn ganz zu. Schlinge mein KapuzenWollSchalUngetüm enger, spüre fast warme Schneeflöckchen auf meiner Haut schmelzen und komme ins grübeln…

Mein Blick senkt sich, meine Füße wechseln sich ab und meine Gedanken denken
…das ist also laufen_gehen… .
Lustig schaut das aus wie die Schnürsenkel tanzen, sollte ich sie enger machen? Oder eine Doppelschleife, sind die Schleifen zu lang, könnte ich stolpern_fallen?
Spuren im Schnee, keine zu sehen… die Welt löst sich auf. Unwirklich gehe ich Schritt für Schritt und bin gestresst. Wegen dem Laufen? Und, oder dem Gefühl nicht anzukommen? Wie in Zeitlupe gehe ich voran, konzentriere mich, mach die Jacke wieder auf…

Verdammt!
Was stimmt nicht mit mir?

Ich habe doch ein Ziel, gar nicht weit weg, in Sichtweite und das auflösen kriecht unaufhörlich von hinten_innen an_durch mich hindurch.
Keine Zeit mehr nachzudenken. Ich renne los. Tränen fliegen davon, sie haben keine Zeit an meinem Gesicht Spuren zu hinterlassen, fliehen wie ich…
Renne über eine Straße, ein Auto hupt.
Mist hab nicht nach rechts_links (oder war es andersherum?) geschaut… suche fern das Schild… sehe nichts mehr, das Augenwasser nimmt mir die Sicht.
Am rechten Weltenrand nehme ich Regal ähnliche Gemüseauslagen war, ich bin da.
Blicke auf, sehe die Tür und stürme drauf los.
Drücke die Klinke, laufe gegen die Tür und brauche noch ein paar Sekunden, bis ich verstehe;
Tür geht nach außen auf!
Wieder einmal…
Atemlos drücke ich erneut die Klinke, ziehe panisch das Portal heran und trete ein.

Endlich, endlich angekommen.
Suche_sehe die orangefarbenen Tüten, befühle den Tütenbaum und glaube eine ab. Ich reibe die Tüte… bewundere das satte orange und bin fühlbar wieder bei mir…

Ich hab es geschafft.
Für den Rückweg hab ich noch 10 Minuten.

Noch einmal 300m, mehr nicht…


[*1] Dazu möchte_muss ich vielleicht erzählen, dass ich nicht gerade der SpazierGehTyp bin. Auch wenn es nur um ein paar 100 Meter geht, hole ich lieber das Rad aus dem Keller, als die paar Schritte zu laufen. Wenn der Keller nicht so mühsam wäre, würde ich sogar die mini Entfernung zu meinem geparkten (nahe am Wohnhaus) Auto fahren.

copyright by Miss Tueftelchen

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