🦄phäno(r)mal

ein_schlafen

nightIn der Dunkelheit lausche ich, versuche mich fallen zu lassen, um hinüber zugehen in Schlaf.

Leise Stimmen aus dem Fernseher, im Nebenraum, dringen an mein Ohr.
Ich versuche nicht mehr sie zu verstehen, versuche die Monotonie zur Musik des Einschlafen zu machen…

…doch ich bin wach. So wach wie 4:30 Uhr am Morgen…

…wach und zeitgleich so müde, das ich einfach nur aufs Bett gefallen bin_liegenblieb.
Ohne die Kraft zu haben, mich in eine bequeme Einschlafposition zu bringen oder gar die Decke über mir ordentlich auszubreiten.
Ich spüre tausend Ameisen in meinem Arm. Ich bedenke ihn neidisch, denn er schlief (im Gegensatz zu mir) schon ein und meine Füße wurden eisig kalte Blöcke.

Ein Zug knatterte quietschend vorbei und ich überlegte kurz, ob ich am Morgen das Fenster nicht richtig geschlossen hatte. Ich war aber zu faul nachzuschauen und nahm die Außengeräusche in Kauf. Träumte mich auf dem Zug davon in andere Welten…

… es funktionierte nicht! Mein schmerzender Arm lies mich wieder ankommen, in meinem Bett, in dem ich müdigkeitsbetrunken wach lag.

Das leise Schnarchen von nebenan drang zu mir hinein, er war eingeschlafen, auf der Couch… würde ich noch wach sein, wenn er hinüber kommt?

Ich zwinge mich zum müdesein_einschlafen.

Denke mir wie ich abschalte, alles in mir!
Die Augen so schwer sind, das sie nicht mehr aufgehen, so schwer, wie auch der Rest von mir…
… doch sie blieben wach.

Eine Gruppe Menschen geht unter dem Fenster entlang.
Ich höre wie sie sich lautstark unterhalten. Halbstark Posen sie mit Worten, vielleicht um sich größer zu machen und cool zu sein_wirken. Sie schlurfen vorbei und kicken dabei eine Flasche aus Glas vor sich her, während sie weiter flanieren, wird das klirrende scheppern_ihre Stimmen immer leiser und verbindet sich mit meiner Einschlafmelodie aus (m)einer nächtlichen Geräuschkulisse.

Der Zug ist nun auch ganz vorbei, vielleicht ist er auch stehen geblieben?
…vielleicht wartet er auf mich?
…ich träume mir GedankenWelten und finde mich, in einer typisch amerikanischen TrailRoadSituation wieder.

Sitzend in einem Wagon mit einem Landstreicher, der mit mir das Brot teilt und auf seiner Gitarre stimmungsvolle Musik singt. Ich fühle die Wärme der Nacht, das klackernde vibrieren der Schienen in meinem Körper, rieche die Sommerluft und spüre das Leben…

Ich gehe im Wagon unruhig auf und ab. Unschlüssig wo es hin geht? Was ich tun soll? Wo ich bin?
Angst kriecht in mir auf, als ich die Kleidung des Mannes betrachtete.
Sie war alt_sehr alt! Zu Alt.
Ich schau an mir herunter, während der Landstreicher mir AugenwinkelBlicke zuwarf.
Ein NachtSchlafanzug! Natürlich.
Unpassender geht es gar nicht aber gut, besser als nackt… .
Ich schaue zu ihm herüber und lächle ihm ein: das ist meine Reisekleidung entgegen.
Er macht Anstalten sich zu erheben.
Panik steigt in mir auf, ich gehe Rückwärts…
…einen
…noch einen…
…und noch einen
…Schritt
…und plötzlich ist da nichts mehr!
Kein Boden!
Und ich will mich noch Festhalten, an der Wagon Tür, doch meine Hand greift ins Leere und ich falle…

…rasend schnell, kalter Wind reist an meiner Haut und sticht mit tausend Messer spitzen in mich …

…fallen weiter ungebremst, der Wind wirft mich hin und her…

…kläglich versuche ich mein Hemd als Fallschirm zu verwenden, es misslingt und ich falle, tiefer, weiter…

… und um mich…

… Nichts…

… panisch versuche ich irgendwas zu sehen…

… Nichts…

… unsagbar dunkel, tief, frei, fern, nah, kalt…

… Nichts…

… gefühlstaub…

… Nichts…

… beängstigend ist es…

… Nichts…

… doch die Zeit flieht an mir vorbei_durch mich hindurch und weiter falle ich…

… unglaublich zart und weich…

… in meine luftig_sicheren Federn.

…während ein letzter flehender Gedanke mein Körper durchströmt:

Bitte, bitte nur noch einschlafen… .

copyright by Miss Tueftelchen

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2 thoughts on “ein_schlafen”

  1. Als ich an die Stelle Deines Textes mit dem Fallen kam, erinnerte mich das an einen meiner schon in meiner Kindheit geborenen schlimmsten Albträume, den ich hernach wieder und wieder träumte. – So wäre mein Wunsch am Ende Deines Textes gewesen, aufzuwachen und nicht (wieder) einzuschlafen – aber bei Dir war es halt ganz offensichtlich ein Wachtraum, wehalb Du Dir den Schlaf wünschtest.

    Deinen Text habe ich dennoch als sehr schön empfunden – ich habe mich darin wiedergefunden, wenngleich eben die Perspektive eine andere war.

    Überhaupt hast Du eine interessante, anregende Art zu scheiben, ich bin nämlich hier schon ein bisschen „herumgewandert“ auf Deiner Seite. Sie gefällt mir …

    Viele freundliche Grüße an Dich!

    Gefällt 1 Person

    1. Dankeschön für deine lieben Worte, es freut mich das du ein wenig auf meiner Seite herum gewandert bist.

      Ähnlich wie ich in meinem Traum, in dem ich auch in Gedanken gewandert bin. Es ist vielleicht weniger ein Wachtraum, als viel mehr eine verträumte Geschichte, um in einen Schlaftraum zu fallen, der einfach schön wäre…
      …davon zu fahren in einem Zug, ganz frei, Ziel unbekannt… das klingt so sehr nach Abenteuer… finde ich einen wunderschönen Reise Gedanken beim einschlafen…
      … vielleicht mit dem Bewusstsein, der Hoffnung, seine Träume durch positive Gedanken beim einschlafen… zu lenken…

      alles Liebe und vielen Dank für deine Worte

      Gefällt 1 Person

MissTueftelchen freut sich auf deine Zeilen

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