🦄phäno(r)mal

HasenEierFest

Irgendwann im letzten Jahr…

… ich war gerade aus dem Bett gefallen…
… habe mein morgendliches Chaos verbreitet und alles so verpackt, dass ich fast los fahren hätte könnte. (Erinnerung sagt mir: muss so im Sommer gewesen sein, war noch arg FrühZeitig)

Da hörte ich unsere Wohnungstürklingel läuten.
Mehrfach!
Ich rannte zur Sprechmaschine und riss den Hörer aus der Kunststoffverkleidung um…
Hallo???
… durch den Hörer zu rufen.
In meinem Kopf war sofort klar, es muss was passiert sein!
Krankenwagen, Rettungsdienst, irgend so etwas…

Stille war vom anderen Ende zu hören.
Ich machte mich erneut bemerkbar.
Eine schlecht zu verstehende Frau meldete sich und meinte, das sie Hilfe bräuchte. Sie weiß nicht mehr wo sie hin müss(t)e.

Auf dem Weg nach unten überlegte ich, was der Frau passiert sein könnte und ob weitere Schritte folgen werden (Polizei, Rettungswagen).
Etwas beängstigt schaute ich durch die Glasfenster der Haustür und sah rein gar nichts.
Helfend, beherzt öffnete ich die Tür und mein Blick fiel auf eine Frau mittleren Alters[*1], die an der Steinmauer lehnte und sichtlich Schwierigkeiten hatte noch zu stehen.

Sie drückte mir ihren WohnungsHaustürSchlüssel in die Hand und sagte das sie Hilfe bräuchte beim nach Hause finden.
Ich ging an ihre Seite und stützte sie.
Dabei kam eine Wolke Alkohol aus ihrem Mund und ich musste aufpassen das der Geruch mich nicht selbst davon wehte.
Sie krallte sich mit ihren Spitzen Fingernägeln in meinem Unterarm und ich war fast Dankbar für den Schmerz, denn so war es mir gerade noch möglich logisch zu denken.
Ich fragte sie wie sie hieße und wo sie wohne. Sie teilte mir irgendwie ihren Namen mit (ich verstand ihn nicht), und das ihr Mann zu Hause sei.
Wankend, immer wieder pausierend studierte ich die Hausnummern und berechnete scharfsinnig (Danke, Mathematikunterricht braucht man doch immer wieder), dass es noch drei Häuser sein müssten.

Ich fragte sie mehrfach ob es ihr wirklich gut gehe. Sie sagte sie müsse nur nach Hause sich hinlegen und ich erwähnte einen Krankenwagen_Arzt rufen zu wollen.
Sie, etwas aggressiver, verneinte, sie bräuchte nur das Bett und ihr Mann weiß schon…

Dem eigenen Untergang nahe, fummelte ich den Schlüssel ins Schloss, als die Haustür aufgerissen wurde und ein Mann gerade hinaus wollte.
Er sah die Frau und mich und übernahm ihren Arm.
Ich sagte, das sie hier wohne und er rief mir, zwischen die zufallende Haustür zu, das er schon wisse.

Ich machte kehrt und sortierte meine Gedanken.
Der Alkoholgeruch drohte mich weg zu tragen und ich konzentrierte mich darauf, meine eigene Wohnung wieder zu finden.
Gedanken kreisten in meinem Kopf, von einer verwirrten MissTueftelchen die selbst schon so (ohne_mit_irgendwas) verquer unterwegs war und von helfenden aufgesammelt wurde.
Ich fragte mich, ob ich auch so bin?
Ob andere mich auch so wahrnehmen_nahmen, weil der Kopf auch nicht so sicher_richtig funktioniert.
Etwas außer der Reihe Dinge tut und manchmal parallel laufende Gedanken einfängt oder abgibt. Dann bin auch ich sehr verwirrt, laut, konfus, chaotisch, tonlos und durcheinander.

Ich trat in meine_unsere_die Wohnung, noch alles ruhig.
Ging auf den Balkon, zu meinem kalt gewordenen Kaffee und blickte hinaus.
Die Luft war noch warm oder schon wieder.
Es würde eine heißer Tag werden.
Ich packte meine Sachen und machte mich auf den Arbeitsweg.
Unterwegs fragte ich mich:

War mit der Frau wirklich alles in Ordnung?
Hätte ich doch einen Krankenwagen (einfach so) rufen sollen?
Denn mit so viel Alkohol im Blut oder heißt es Blut im Alkohol (?) (Bin gerade sehr verwirrt und kann gar nicht mehr klar denken).
Ich rieche den abgestanden Geruch nach zu viel Bier, Zigaretten und zu wenig Sauerstoff…

Irgendwann im Heute…

„Junge Frau… warten sie doch mal“

Ich, ähm… ja …
(ich erkannte sie wieder und mir wurde seltsam anders…

“ Es ist doch dieses Hasenfest mit den Eiern und Ostern…  Hasen, Eier, Fest… Osterfest, Haseneier, Fest, Hasen… HasenOsterFest…“.
(…und so weiter und so weiter und so weiter…)

Wirre Worte tanzen zwischen uns…


Sie reicht mir unkoordiniert, während des Wortsalates:
… ein Schokoei
… ein Schokohasen
… ein HühnerEi (ich hoffte gekocht)
und eine Narzisse.
Sie will sie mir offensichtlich in die Hand drücken und schenken, weil doch das Hasen Fest ist… kommentiert sie, mehrfach…
… einfach so.
Ich bin völlig verlegen, verdattert und weiß gar nicht wie ich reagieren soll… (wie so oft).

So schnell wie sie erschien, bog sie auch schon wieder um die Ecke und war wieder verschwunden. Ich hörte noch ihre verwirrten GedankenWorte und fragte mich, ob ich auch mal so werde. So ohne klares, strukturiertes, zusammenhängendes Denken…
… so verwirrt und chaotisch… [*2]
… und würde mir dann auch niemand helfen. Denn die Frau scheint auch ziemlich allein zu sein mit ihrem Kopf und dem darin.
Sie tut mir Leid, unheimlich…

… und ich trottete, ziemlich aufgewühlt und verwirrt, zu meinem Auto, um noch schnell ein, zwei Sachen zu besorgen.
Packe einen Teil des Glasmülls auf den Rücksitz und bemerke verstört, wie ich mich sagen höre:

Ob sie sich noch erinnern kann? Das wir ihr damals geholfen haben? Was soll ich denn jetzt machen mit den Ei, der Schokolade?…

Ich presse meine Lippen aufeinander, schaue mich verstohlen um und hoffe inständig das mir niemand zu gehört hat. Das niemand die Verrückte gesehen hat, die zwei EiDinge, einen Hasen und eine Narzisse in ihr Auto packt und wie mir bewusst wird, dabei ziemlich aufgeregt mit sich selber redete…

… ich schalte das Auto an…♫ ♪ on my radio ♪♫[*3] tönt es aus den Lautsprechern und ich versuche zu vergessen…
… mich auf das jetzt zu konzentrieren und nicht an das irgendwann morgen, gestern, gewesene zu denken…

… die Melodie lässt mich aufatmend lächeln und ich hoffte das die Frau wieder zu Hause angekommen ist_war. Ich wünsche mir für sie und hoffe  für alle anderen Menschen auf ein (be)ruhige(nde)s EierHasenOsterFest.


[*1]Ich schreibe mittleren Alters weil ich sie gar nicht einschätzen kann. Vermutlich zwischen 40 und 55 Jahre.
[*2]Beschreibung meinerseits. Möchte erwähnen das ich nicht weiß, in wie weit die verwirrte Frau klar strukturiert ihre Gedanken finden_denken kann. Es bedeutet nicht das sie nicht denken könne! Es ist nur eine Beobachtung aus Situationen heraus.
[*3]Von The Selecter die einzige Spielbare Kassette die ich noch fand.

copyright by Miss Tueftelchen

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1 thought on “HasenEierFest”

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