🦄phäno(r)mal

vertretende Vertretungs(Haus)Arzt(♂/ ♀)

Die ganze Nacht (wie) wach gelegen. Ich meine schon die Augen geschlossen gehabt zu haben. Jedoch ich war die ganze Nacht auf hab Achtstellung und konnte einfach nicht richtig ein_durch_müdeschlafen.
War innerlich wach und körperlich einfach nur völlig fertig und nicht mehr bewegungsfähig_wie nicht mehr so ganz vorhanden, in mir.
So lag ich die Nacht sinnlos im Bett herum, bis ich ein Geräusch aus weiter Entfernung vernahm. Es brauchte eine ganze Weile bis ich es als mein Handy identifizierte, dass als Wecker fungierte… mein Arm viel aus dem Bett tastete nach dem Geräusch und griff mehrmals ins leere, weil mein un_egales Gehör mal wieder nicht orten konnte, woher das läuten kommt. Kopf über den Bettrand haltend, sah ich das Leuchten des Displays und tapste drauf rum, um mir eine Gnadenfrist von weiteren fünfzehn Minuten zu gönnen.
Aufstehen, jetzt, 4:30Uhr…
… Nein, geht gar nicht!
In meinem Kopf geben sich gerade Presslufthammer, Neonlicht, schrei Tiraden, weinende Wasserfälle, und komische nichthörende Laute die Hand und ich fühle mich zu gar nichts in der Lage. Vor allem nicht aufstehen, ins Bad zu wanken und das Morgenprogramm im Zeitraffer zu starten.

Leblose Zeit verstrich und ich hievte dann doch mich und meinen Antriebslosen Körper ins Badezimmer…
Mein SpiegelBlick fiel auf ein kraftloses, unbekanntes Gesicht. Egalerweise zuckte ich die Schultern und beim ausdrücken der Zahnpasta quetschte ich den Frohsinn direkt in meinen Kopf und freute mich auf:
Arbeit… macht LebensSpaß, auch heute!

So war meine Stimmung auf tausend Grad kochend, als ich endlich an der Arbeit ankam und beginnen durfte. Beim anschalten des Laubsaugers, hoffte ich meinen KopfKobold (♂/ ♀) auszutricksen. Ich versprach ihm(♂/ ♀):
Wenn er(♂/ ♀) sich aufsaugen lassen würde, könnte er(♂/ ♀) wahnsinnig viele LaubBlätterSchnipsel zählen und das ist doch toll, oder?
Ich saugte also wie von Sinnen…

Arbeit ist mehr als nur eine Aufgabe die ich erfüllen muss, es ist etwas schaffendes_schönes und ich darf Teil davon sein und das finde ich wunderschön… …dass ich das darf ist unglaublich.
Jedoch, mein KopfKobold(♂/ ♀) sieht das anscheinend anders! Er(♂/ ♀) pulsiert weiterhin und der Schmerz explodiert gefühlt wie tausend Stromschwankungen auf der Hirnrinde. Nichts hilft mehr, Übelkeit durchflutet mich und mir wird bewusst, ich kann so nicht weiter machen, heute.

Die Entscheidung zum Arzt zu gehen , ist alles andere als leicht. Ich ringe mit mir selbst, fast Stunden. Die lieben Kollegen reden mir zu, das es in Ordnung ist. Doch für mich fühlt sich das nicht gut _falsch an. Es ist ein:
Kollegen im Stich lassen- Ding
… Eingestehen des unzureichend _nicht funktionierens…
… und das ArbeitsIch ist doch mein IchSein an sich…
… kann ich aus Gründen nichts tun, löse ich mich auf und zerfalle in Zeitlosigkeit… und das macht eine Riesen Angst.

Irgendwann hat sich der Gedanke zum Arzt zu gehen durchgesetzt und ich befinde mich zu Hause, auf meinem Stuhl und registriere, das ich die Nummer vom Hausarzt gewählt habe. Ich höre das Rufzeichen … hebe schnell das Telefon an das Ohr und warte ab. Die Verbindung wird erstellt. Mehr oder weniger Freundlich wird mir mit geteil das die Praxis Dr. … heute geöffnet ist. Ich bin erleichtert. Ich warte das Telefonwahlmenü für die direkte Weiterleitung ab.
Unmelodische, nervtötende, Wasserfließende, Kuckuck rufende Telefonschleifen Melodien schreien mich an und ich warte, und warte und warte, nach Zehn Minuten überlege ich ob ich auflegen solle. Die Entscheidung wird mir mit der elften Minute abgenommen, ein Besetztzeichen ertönt und ich denke mir Na, toll. Echt jetzt?.
Beim dritten Versuch komme ich endlich durch (unglaublich). Die Sprechstundenhilfe wirkte ein freundliches Guten Tag… heraus und fragte nach meinem Anliegen.
Ich erwidere wann ich denn heute(!!!) vorbei kommen könnte, ich bräuchte einen akut Termin…
…dabei fixierte ich die Raufasertapete um mich bewusst festzuhalten, die Wand waberte wie eine GummiartigLebendige Masse und mir wird noch übler.
Davon abgelenkt höre ich, wie sie meint; ich müsse zum Vertretungsarzt, denn die Praxis habe gerade Jahresabrechnung und keine Freien Termine, die ganze Woche!
Nach einer kurzen Rückfrage ob ich mich da auch telefonisch Akkut Voranmelden müsste. Wurde mir ein kurz angebundenes, genervtes; Erst anrufen! entgegen geschleudert und ohne weitere Worte hörte ich das Auflegrufzeichen.
Sie legte auf, einfach so. Ohne Gute Besserung, auf Wiederhören oder was man da freundlicherweise sonst so sagen könnte_würde.
Ich für meinen Teil starte den Hörer an und überlegte, ob es nicht doch an der Zeit ist endlich mal den Hausarzt zu wechseln.

Wieder Mut zum Telefonieren sammeln, Nummer wählen und warten…
… die Sprechstundenhilfe der Vertretungspraxis ging heran und ich erklärte meine Lage…
Filterte aus den vielen Worten ein:
Dieser Arzt hat nur bis Elf Uhr Akuttermine, jetzt müssen sie zum Dr. … = der Vertretungsarzt für die Vertretung…!!! (Ja da müssen mal „!“ drei hin, einfach weil es geht)
Ich erfuhr noch, dass man da erst Nachmittags hin könne. Doch ich musste gleich gehen, hielt das KopfDrama nicht mehr aus.
Suchte mir im Internet die Daten heraus und da lass ich, das die länger Sprechstunden hätten, auch am Vormittag.

Alle Sachen zusammengesucht und auf dem Weg gemacht.

Ich kam also endlich (nach ewigen Parkmanövern in kleineRiesenLücken) bei meinem Vertretenden Vertretungsdoktor an.

Da stand ich nun völlig geschafft, vor einer eiskalt geschlossenen Tür mit Knauf. Die Welt mit all ihren bunten WeltSein raubte mir das logische Denken, alles war zu viel. Ein Gedanke schnipste mir ins Hirn und rief so laut das alle Welt es hören musste:
KLINGELN!
Ja… sicher. Doch wo?
Schilder erklärten mir eine unmenge an Praxen und ich hatte, in all dem Nachtelefonieren vergessen, wie die Praxis heißt.
Den Tränen nah, flehte ich das Portal an aufzugehen. Doch es grinste mich weiter mit glasigen Augen an, hinter denen ich einen Schatten wahr nahm.
Der Schatten kam näher und ich hörte die Klinke und sah einen Menschen hinaustreten und mich hinein schweben, gehen ging nicht mehr. Der Körper, der unzuverlässige, war schon weit weg…
Treppen hinaufsteigend wie eine Hundertjährige lass ich die Name an den Türen und entschied mich für eine Tür an der Allgemeinarzt stand.

Ein kühler Flur empfing mich. Niemand war zu sehen. Ich sah keinen Tresen oder so oder eine Sprechstundenhilfe, irgendwen.
Geräusche aus einem Raum gleich zu Anfang ließen mich aufhorchen. Ich trat in den desinfizierten, Licht durchfluteten, RauhfaserTapeten Raum und beobachtete entsetzt, wie ein Patient mit der Sprechstundenhilfe rang und sie förmlich anflehte noch dran zu kommen.
Mein SachverhaltSituationsDenken setzte ein und mir war klar, ich muss effektiver und eine Spur extremer Flehen und Betteln, wenn der VorMirPatient schon solche Schwierigkeiten hatte.
Schüchtern trat ich an den Tresen und stellte mich auf Zehenspitzen, um der Sprechstundenhilfe überhaupt aufzufallen.
Von Panik fast übermannt setzte ich an, bröckelte stotternd Buchstaben und fand die Worte nicht mehr. Das Gesicht der Sprechstundenhilfe wurde so kryptisch wie meine Aussagen.

Bis ich meiner eigene Stimme lautschte die gefasst und ruhig die Misere der HausVertretungsfürVertretungenÄrzte beschrieb.
Ihre mürrisch drein schauenden, bösartigen Pupillen taxierten mich. Ich sah ihre Gedanken, die mir sagte; ich solle doch auf der Stelle Tod umfallen. Ich tat ihr nicht den gefallen und reichte ihr statt dessen freundlich, hoffnungsvoll meine Krankenkarte. Sie sagte nichts, nahm sie und schickte mich zu dem anderen unglücklich Wartenden.

Ich durfte bleiben. Jedoch war Freundlichkeit kein Wort was die Sprechstundenhilfe zu kennen schien. Oder vielleicht war es auch so, dass sie nicht erkannte wie miserabel mein Gesamtzustand nun schon war.
Vielleicht war sie auch einfach nur sauer, weil ich kurz vor Mittag kam.
Keine Ahnung.

Ich finde das unglaublich. Mir ging es miserabel und dann wird man von Arzt eins zu zwei geschoben um dann zu hören das nur noch der dritte einen dran nehmen kann…
Welch eine GlücksDankbarkeit.

Ich verstehe die Überlastung der Sprechstundenhilfen(♂/ ♀). Es ist wirklich enorm was sie leisten.
Während meiner Wartezeit klingelte pausenlos das Telefon. Wartende Neue reihten sich in einer Schlange vor dem Tresen und ganz nebenbei müssen noch wichtige Ärztliche Dinge erledigt werden (wie Bluttest, Blutdruck, Verbandswechsel und sonstige Behandlungen (Strom, Licht,…) ganz zu schweigen von der Papierarbeit.
Sprechstunden(♂/ ♀) sind meiner Meinung nach extrem Überlastet (also alle die ich bisher in den verschiedensten (Hausarzt)Praxen kennenlernte) und ich habe Achtung und großen Respekt vor ihrer Arbeit. Ich habe kein Problem damit zu warten. Manchmal bis zu halben Stunden bevor ich überhaupt die Sprechstundenhilfe erreiche, um dann ins Wartezimmer zu dürfen und dort dann oft auch noch mal ewig lange Stunden (mein Rekord liegt bei etwas über vier,fünf Stunden!) bis ich an die Reihe komme.
Verständnis für schlechte Laune und unfreundliches PatientenEntgegenkommen habe ich jedoch nicht.
Schon manchmal fragte ich mich ob es eine Schulung für Sprechstundenhilfen gibt, in der sie lernen Patienten rau, patzig, un_freundlich_höflich_sympathisch_angenehm_ausgeglichen, ge_reizt_nervt, (manchmal sogar) missmutig-bösartig […] zu behandeln.
In einer Vertretungsarztpraxis habe ich sogar eine Box, für Beschwerde entdeckt. Ironisch dabei, in dieser Praxis sind die Mitarbeiter überaus freundlich und ich musste nie lange warten.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch für die Sprechstundenhilfen_Praxismitarbeiter(♂/ ♀) bedanken die zwischen all dem Stress ihre Menschlichkeit nicht abgegeben haben. Es gibt auch sehr liebenswerte Sprechstundenhilfen_Mitarbeiter(♂/ ♀), was unbedingt auch erwähnt werden muss_sollte.
Ein ganz dickes Dankeschön an Sie_Euch.


copyright by Miss Tueftelchen

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5 thoughts on “vertretende Vertretungs(Haus)Arzt(♂/ ♀)”

  1. Oh je, was hast Du da nur durchmachen müssen … –

    Ich will jetzt gar nichts weiter schreiben von meinem Ver- und Unverständnis für Situationen mehr oder weniger belasteter Sprechstundenhilfen, Ärzte oder sonstiger Beschäftigter. Wenn so was geschieht, wie Du es erleben musstest, dann ist das einfach in völliger Unordnung. Und mir schwant, dass nicht nur einer oder eine solche Zustände zu verantworten hat.

    Was mich eigentlich interessiert und ich fragen möchte, wenn es Dir nur nicht zu persönlich ist, ist, ob Du denn noch drangekommen bist bei einem Arzt und wie es Dir nun geht. Hoffentlich hast Du nicht gar so was Arges.

    Meinerseits wünsche ich Dir in jedem Falle gute Besserung und Genesung.

    Ganz liebe Grüße an Dich!

    Gefällt mir

    1. Danke für deine Zeilen und das Gute Besserung wünschen. Ich habe diesen Beitrag schon vor einer Weile geschrieben, nachdem ich mal wieder aus Gründen bei einer Vertretung war, fielen mir die VertretungsArzt Zeilen wieder ein. (Ich schreibe viele Beiträge über längere Zeit, daher sind sie nicht immer zeitnah…)

      Wie ich beschrieb, wurde ich ins Wartezimmer zu den anderen Wartenden entlassen… 😀 bin also dran gekommen, damals.

      blaueGrüße

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        1. Brauchst nicht fragen, ob du Fragen darfst 🙂

          blaueGrüße, weil blau auch Weite ist und im Netz sind sich oft alle so nah, obwohl sie weiter entfernter nicht sein könnten…

          Hatte überlegt was ich statt „Liebe“, „Herzliche“, „freundliche“… Grüße schreiben könnte und kam dann auf blaueGrüße.
          Gefällt mir gut, blau fühlt sich gut an und daher bekommen ab heute alle von MissTueftelchen blaueGrüße.

          😉

          Gefällt 1 Person

          1. Was für eine schöne, für eine bezaubernde Idee! Ich danke Dir sehr für Deine blauen Grüße und nehme sie sehr gern an!

            Ich habe auch so „§zwei Sorten“ etwas spezieller Grüße. Die einen haben auch etwas mit „blau“ zu tun, aber es ist noch nicht ganz ihre Zeit. Aber Du wirst schon sehen …

            Von den anderen lasse ich Dir gern jetzt schon welche hier:

            Sternflüsternde Grüße! 🙂

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