💭Gedanken fangen

ZuverSich(t)erheit

Bomben, Schüsse, Tod …
… es ist Krieg vor deiner Tür!

Jahre hältst du aus…
… Jahre aus Angst, Folter, Verfolgung, unbeschreiblichen Entbehrungen…
… ohne Leben.
Verlorene Jahre…

Gewalt, Terror, Tod und Angst begleiten die Entscheidung, sich auf den Weg ins Unbekannte, Besser zu machen.
Ein Weg genauso gefährlich wie das Bleiben.
Doch bleiben geht nicht mehr, so lange ausgehalten, doch jetzt bist du an deine (Lebens)grenzen gekommen.

Tage der Angst vor Entdeckung, Ertrinken, Erschießen, Zurückschicken, Hunger, Kälte …
… liegen hinter dir. Mit vielen bist du auf dem Weg, hast alles was du noch hattest, einem Menschen gegeben, der Versprach dich in Sicherheit zu retten. Du klammerst dich an den Gedanken, an Hoffnung auf ein neues Leben, ein Leben welches wieder eines werden kann.

Nachts im Dunkeln versteckt, erwachst du in Angst und Panik. Die vergangenen Jahre rauben dir die Luft zum Atmen und du fühlst in dir, das du kaputt gegangen bist. Das du noch immer den Krieg in dir fühlst, auch wenn er nun Kilometer hinter dir liegt. Du spürst tief in dir das der Weg weiter ist, weiter als dort…
Tränen fließen leise und du fühlst stark eine Hoffnung. Eine Hoffnung auf ankommen, auf Frieden, auf Leben. Du weinst, schluchzt in dich hinein, wenn du an früher denkst. Ein Früher das so weit entfernt scheint, soweit das du dich kaum erinnern kannst. Damals, noch nicht lang her, im Frieden, im Leben, bei der Arbeit, Freunde, Familie… es schmerzt unglaublich tief, unvorstellbar, denn deine Frau_Mann_Kinder_Eltern… sind nicht mehr bei dir. Sie sind geblieben im Staub des Krieges, als der Frieden verloren gegangen war.

Die Reise geht weiter, Tage ziehen sich… doch nach Wochen auf der Flucht siehst du ein Land in dem kein Krieg ist. In dem Menschen in den Super Markt gehen können und sich essen aussuchen_kaufen, einer Arbeit nachgehen, lachen, fröhlich sein können, unbeschwert Leben.
Eine andere Welt denkst du und so stehst du da, fühlst den Hauch eines neuen Lebens, fühlst ein unbeschreibliches Glück.
Kannst sogar fast ein wenig lächeln.
Du hast es geschafft, bist endlich angekommen, angekommen in Frieden, hast bis hier überlebt. Hast ein Bett, bekommst zu Essen und Ärztliche Versorgung.
Lernst eine neue Sprache, neue Menschen, neues Leben, neue Gegebenheiten, doch all das ist Leben, dein Leben. Ein Leben nach der Flucht.
Eine Flucht die ihre Spuren tief in deine Seele gezogen hat, durchfurcht von Krieg, Terror, Angst, Verlusten und (d)einem_vielen verlorenen Leben.
Du erträumst dir zaghaft die nächsten Wochen_Jahre.
Träumst von deinem zu Hause, das es nicht mehr gibt_geben wird, weil alles anders ist dort.
Träumst von Arbeit, von der Einfachheit, vom Leben nicht mehr nur überleben. Träumst dich in die neue Welt die dich wattig umschließt und dir so viel Hoffnung spendet.

Ein Schritt noch!
Einen Antrag noch…
… und mit klopfendem Herzen, stehst du vor der Entscheidungstür, hebst den Arm, klopfst und trittst ein und sie sagen dir:
Sie müssen gehen, ihr Herkunftsland ist als sicher eingestuft.[*1]


[*1]
Du kommst aus Österreich, Deutschland, Frankreich, England… hättest nie gedacht das es einmal so kommen würde. Erst kamen die Flüchtlinge in dein Land, da war alles so weit weg.
Wohnungstür auf und zu und alles war nicht real, nicht nah, nicht in deiner Welt.
Doch dann klopfte der Krieg auch an deine Tür und du lerntest verstehen, was Krieg_Terror eigentlich bedeutet, dass es mehr ist, als nur die Angst davor, es die Vernichtung von Leben ist. Als Flüchtling klopfst du an eine Friedenstür und dort sagen sie dir:
Das nach Jahrzehnte langer und anhaltender Gewalt in Österreich, Deutschland, Frankreich, England… dein Land ein Lebenswerter Ort ist! Auch wenn kein Stein mehr auf dem anderen steht, kein Leben mehr möglich ist und die Abweisung dein Tod bedeutet wird.
Doch all das ist egal, denn dein Land ist sicher!

copyright by Miss Tueftelchen

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2 thoughts on “ZuverSich(t)erheit”

  1. Wunderbar gechrieben! Ja, mancher sollte, MÜSSTE mal die Perspektive wechseln (MÜSSEN). – Ich habe fast 24 Jahre lang Migranten, vorzugsweise immer wieder Flüchtlinge beraten – vor gut zwei Jahren bin ich dann zusammengerutscht. Auch wegen all dem, was für mich damit zusammenhing …

    Liebe Grüße an Dich!

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