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ErdEnDepressionen

Eines Tages schaut die Erde auf die Welt und fragt sich:

„Was macht die Spezies Mensch da eigentlich?“

Die ErdenWelt fühlt schmerzlich die Zerstörung auf ihrer Haut. Die Menschen, invasiv, überlaufen sie und reißen alles mit sich, bis nichts mehr bleibt außer verbrannter, toter Erde.

Die Menschen, denkt die Erde nachdenklich…
Ja, die Menschen…
Sie tragen so viel Schuld in sich und jetzt?
Jetzt zerstören sie systematisch sich selbst und alles andere.
Brandherde wo hin die Erde nur schaut.
Kaum noch atmend vor lauter Rauch, kaum noch lebend vor lauter Habgier und Hunger[*1] der ErdenBewohnerMenschen.

Depressionen überfallen die Erde, tun kann sie sowieso nichts mehr. Traurig und Hoffnungslos schaut sie auf ihre Haut und streichelt mit Regen, Winden und Stürmen darüber im Versuch die Kakerlaken (Menschen) zu entfernen. Menschen, wie Unkraut auf einem Blumenbeet, Unkraut das der Mensch definiert, Unkraut das nicht zu vergehen scheint.

Mit einem letzten Blick schaut sie hinaus auf ihre Welt, schaut auf das Leben, das es einst hätte sein können, auf Frieden.
Doch Antriebslos…
… ohne wirkliches Interesse, verliert sie ihr Gefühl für sich selbst und gibt auf.
Gibt die ErdenWeltMenschen auf und verkriecht sich nach innen… denn Leid und Schmerz der Menschenwelt sind so unermesslich, unaushaltbar, unerträglich für die Erde und zaghaft leise ruft sie hinaus:

…ich verlasse das ErdenWeltHaus…

Die Menschen merken nichts davon.
Sie schauen auf ihre kleinen Weltenreiche, in denen sie agieren. Sie merken nicht wie sie die Erde verloren haben_werden. Sie merken nichts mehr, sind abgestumpft und verlieren immer mehr ihre Menschlichkeit.

Im Radio lausche ich den täglichen Nachrichten…
… Anschläge und Gegenwehr…
Diskussionen über fliehende Menschen, immer wieder reden darüber, reden… reden… …reden…
Kein Handeln an den Stellen, wo es nötig wäre. Glauben denn die Aufnehmenden, alle fliehenden wollend das?
Wollen ihre Heimat…  ihr Leben verlassen?
Monate langes hin und her schieben von möglichen Handlungsräumen. Zeit die vergeht in der Menschen sterben, auf unvorstellbare_grausamste weisen…
… einfach so, weil die Mächte der Welt reden…[*2]

Tod und Zerstörung überall, Trauer und Leid. Die Menschen machen weiter. Bremsen sich nicht, gehen keine neuen Wege. Bleiben in alten Strukturen_Mustern gefangen und vergelten Gleiches mit Gleichen.
Kriege, erbarmungslos.
Menschen, erbarmungslos.
Kein Tag Frieden…
… nicht ein Tag ohne Nachrichten der Zerstörung…
… egal wo…
… egal wer.
Ist es so egal?
Ist es egal das Menschen sterben?
Unabhängig ob Zivilisten oder keinen.[*3]
Warum macht das einen Unterschied?

Sie treffen uns mit ihren Bomben. Bomben, gleich unseren Waffen…
… Waffen die sie töten.
Doch wir halten nicht die Waffe. Wir drücken nicht ab oder doch?

Der Mensch entscheidet, der Mensch der die Waffe hält. Der Mensch der glaubt durch das Ermorden eines anderen würde sich etwas ändern…
… Ja… es ändert etwas…
…alles…
… für die Menschen (und dabei völlig egal wo und wer), die einen Geliebten verloren haben_werden.

Ein Kollektiver Verlustschmerz_Trauer_Angst… geht durch die verschiedenen Netze der Welt…
Schock, Rat_Hilflosigkeit, Angst breiten sich aus und verändern den Lebensalltag, verändern den Blick auf Fremde_andere Menschen… verändern die Menschen…

Gleiches mit Gleichem…
„Auge um Auge… Zahn um Zahn […]“[*4]

… und die Nachrichten bringen, dass die Menschen die sie_wir Terroristen nennen, bei einem gezielten Angriff getötet worden.
Ich höre es und mein Herz schmerzt… so sehr..
Explodiert eine Bombe da, wo sonst keine explodieren, ist die Trauer groß. Alle leiden mit, beteuern Solidarität.

Und dann…
… sind da die Menschen die sie_wir Terroristen nennen, getötet durch unsere Bomben_Waffen…
Weit weg, irgendwo…
… nur nicht hier…

Unglaublich_begreiflich (für mich) hört es sich in den Nachrichten sosehr danach an, das es gerechtfertigt ist_wäre…
… das es in Ordnung ist_wäre…
… einfach so Menschen zu töten…
… fast mit Stolz wird der Welt berichtet, dass wieder ein Schlag gegen die Menschen die sie_wir Terroristen nennen gelungen ist…

Menschen die sie_wir Terroristen nennen, die auch…
… Menschen sind wie du und ich
… fühlen…
… Familie, Freunde und Menschen haben die sie lieben…
Was ist mit denen?
Wer denkt an sie?
Wir töten ihre Lieben…
Menschen die aufgestanden sind, weil sie an etwas anderes glauben und es dummer_ungünstigerweise sehr Radikal uns und anderen zeigen.
Doch haben wir dann das Recht, sie zu töten?

Ich verstehe_billige ihr Verhalten auf keinen Fall, in meinem Gefühl für Richtig und Falsch, ist es Falsch Menschen zu töten…
… einfach weil sie nicht ins eigene Weltbild passen.
Allgemein, überhaupt, irgendwo auf der Welt.
Verhalten wir, die sie_uns nicht als Terroristen benennen, uns denn so anders?

Ich bin zu tiefst erschüttert wie groß der Hass ist.
So groß, das es gerechtfertigt ist einfach so Menschen zu töten, die sie_wir Terroristen nennen oder anders herum.

Sie greifen alle an, alle die nicht in ihr Weltbild_denken passen. Alle wie uns und Menschen wie sie selbst, Nachbarn und vielleicht einst Freunde. Freunde die sie einst waren, bis zu dem Moment, an dem die Menschen, die sie_wir Terroristen nennen zu solchen werden…

Ich schreibe diese Zeilen und bin auf einmal…
… Ratlos…
… Hilflos
… Hoffnungslos…
… Tonlos…
… Wortlos…

… schweigend[*5] schaue ich auf die ErdenWelt…
… wünschte ich könnte mich auch abwenden…
… vielleicht die Erde besuchen gehen…


[*1] nicht nur bezogen auf Nahrung, auch der Hunger nach mehr… Macht…
[*2] Kurzfristige Hilfen wie einem durstigen eine Flasche Wasser geben, anstatt einen Brunnen bauen und dann glauben damit wäre es genug.
[*3] …gibt es da überhaupt ein GegenteilWort?
[*4] Alten Testament-  2. Mose 21
[*1]lauschend dem wind song von Roberto Cacciapaglia

copyright by Miss Tueftelchen

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2 Kommentare zu “ErdEnDepressionen

  1. Ich finde diesen Text großartig! Das Bild von der Haut der Erde … – Du hast viele Worte geschrieben, und ich habe keine mehr. Aber das ist nicht Deine Schuld.

    Mir geht es nur wie Dir – ich bin so oft

    „Ratlos…
    … Hilflos
    … Hoffnungslos…
    … Tonlos…
    … Wortlos…“

    … und Dein Text hat mich einfach nur stumm werden lassen. Aber er lebt in mir. –

    Und in mir ist Sturm, der nicht weiß wohin …

    Das ist so oft und immer wieder so.

    Danke für Deine tief beeindruckenden Zeilen und Gedanken.

    Ganz liebe kornblumenblaue 😉 Grüße an Dich. Heute ganz besonders!

    Gefällt mir

    • … DankeSchön…

      Ja auch mir fehlen die Worte, die Gedanken und ungläubig_begreiflich schaue ich auf die ErdenWelt…
      … ohne verstehen… warum die ErdenWeltBewohner so achtlos sind_denken_handeln…

      blaue 🙂 Grüße

      Gefällt mir

MissTueftelchen freut sich auf deine Zeilen

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