💭Gedanken fangen

… fünf Meter…

Platschende Nässe_freudig_lachend_Spaß_lärmende Kinderstimmen sind der Background für dein Vorhaben.

Du erklimmst die erste Stufe hinauf, von unten nicht weit, der Blick hinauf trifft den unendlichen blauen Himmel. Mit dir steigt die Hitze nach oben, glühend heiß dein Kopf und die Sonne feuerrot und warm….
Ein prickeln in dir, bis in die Fingerspitzen…
…Stufe für Stufe…
… Mutig bist du.
Der Wind umweht dich mit einen kühlen Hauch. Unsichtbare Lüfte lassen deinen Tropf nassen Körper frösteln, doch dir ist warm und du begreifst, wie nackt du eigentlich bist_du dich fühlst, auf dem Weg nach oben…
… so weit…

Ein Meter ist schon zwei Meter hinter dir und die drei Meter keine Herausforderung…
… ein Klacks, kann ja jeder, schon zig mal gemacht… kein Ding…
… immer wieder rauf und runter im Sekunden Takt…
… doch die nächsten Meter, haben es in sich…
… sind weiter als gedacht…
… wer hätte geglaubt das zwei Meter mehr, so viel höher sein kann_sich anfühlt?

Die kühlen Stufen drücken sich in deine Fußsohle. Ein Willkommener Schmerz…
… willkommener Realität.
Du machst das gerade wirklich_in echt!
… gehst hinauf auf die fünf Meter, wie im Jugendlichen Leichtsinn, mit dem Gepäck der ersten Alterserscheinungen…
… doch du wirst es wagen…
… kannst was schaffen…
… hast es früher_einst_damals schon öfter gemacht.
Doch jedes Jahr aufs Neue.
Jedes Jahr ist es wie das Erste Mal.
Du weißt, du wirst es schaffen, wie schon so oft, doch der erste neue Fall, ist immer wieder eine wahnsinnige Überwindung…

Oben angelangt stehst du an der Brüstung, schaust den nachkommenden zu, wie sie Anlauf nehmen und einfach so über den Rand springen, einfach so.
Du stehst da und schaust…
… schaust auf die Kulisse…
… lauschst der Musik des Sommers…
Schaust auf die Pappeln die eine rauschende Windmelodie beitragen…
… der Blick reicht hier so weit. Kannst die Felder sehen, den Sommer riechen und das Chlor auf deiner Zunge schmecken.
Stehst an der Brüstung und wagst einen Blick nach unten.
Ach her je, so weit.
Wahnsinnig, irre weit.
So gerade mal fünf Meter.
Das sind ungefähr drei Menschen (bei etwa 1,67 m) übereinander gestapelt…
… nur drei… Vielleicht dreimal du… oder fast du.
Klingt nicht nach viel…

CapeTown swimmingpool
Cape Town

Doch du stehst da oben und traust dich einfach nicht.
Du beobachtest wie die kleinsten Anlauf nehmen und einfach so über den Rand hopsen und gleich, eine Sekunde später hörst du das platschen… so, einfach so leicht und doch, ist da so eine Grenze, innendrinnen die überwunden gehört.
Eine unsichtbare Mauer die du einreisen musst, um da hinunter zu springen.
Fast neidisch denkst du daran wie unbekümmert so ein Kind ist, es springt einfach, hat keine Angst_keine Bedenken…
Wie zum Beispiel durch den Sog des Wassers entkleidet und völlig nackt wieder aufzutauchen…
… da lächelst du und denkst, das dies wohl die kleinste Sorge ist…

Langsam fröstelnd stehst du noch immer da oben und haderst mit dir selbst.
Ein kleines Mädchen vielleicht Zehn, rennt schon zum x mal an dir vorbei. Rennt nach vorn, bremst ab, schaut dich an, lächelt und springt. So leicht…

Am Rand stehen und nach unten schauen, bringt auch nichts, außer dass Zeit vergeht, Zeit in der die innerliche Überwindung immer schwerer zu werden scheint.
Wärst du doch lieber gleich nach dem oben angelangt sein, einfach nach vorn gerannt und gesprungen!
… doch jetzt…
… wo du nach unten geschaut und die Tiefe gespürt hast, kommt es dir so unendlich vor.
Dabei ist es doch nur eine Sekunde, eine Sekunde freier Fall…

Wie bei so vielen Dingen, weißt du, du hast es schon x mal gemacht_schafft. Es ist in Ordnung einfach los zu springen und doch geht es nicht.
Innere Blockanden sind manchmal so hinderlich und lassen einen Dinge vermeiden, gar nicht erst versuchen und dabei könnte man so vieles mehr erreichen. Vieles mehr, das e_dein Leben Bunter, fröhlicher, und unsagbar fantastischer machen könnte_kann…

… nur trauen musst du dich allein. Einfach los rennen, abspringen die Welt umarmen… Leben…

… die Luft wird mir weggesaugt…
… ich falle…
… begreife:
… gesprungen zu sein…
… gerade in der Sekunde, in der ich mich vom Becken Boden abstoße und nach oben durch die nass blaue Wasseroberfläche tauche. Ich blicke auf den so nahen 5 Meter Turm und schwimme hastig an den Rand, um für die nächsten Wagemutigen Platz zu machen…
Fünf Meter, nur…
Fünf Meter, die von jedem anders empfunden werden und doch sind es nur 5 Meter…


copyright by Miss Tueftelchen

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