🌼 FriedhofsGärtnerin mit Leidenschaft

Besenheide, Silberblatt und Alpenveilchen

… da kommt er…
… der Herbst, mit ganz großen, bunten Schritten auf uns zu …

Eigentliches, unwichtiges Vorabgeplänkel…

Irgendwie kommt mir die Zeit (so allgemein und überhaupt) viel schneller vor.
Sie rast förmlich an mir vorbei, ohne dass ich eine realistische Chance hätte, stehen zu bleiben und mal zuzuschauen, was die Zeit so mit sich bringt_brachte.
Mein Arbeitsreiches Jahr ist so voll gepackt mit Dingen die erledigt gehören, das ich kaum bemerkte, das die Tage kürzer werden. Wenn ich mich jetzt früh auf den Weg mache, verkündet mir die Dunkelheit die späte Zeit des Jahres.

Es ist unglaublich dunkel, wenn du sehr zeitig auf einem unbeleuchteten Friedhof unterwegs bist.
Beim Fehlen von Licht merkte ich gerade erst, wie wenig das Auge eigentlich erkennen kann und die Geräuschkulisse erst.
Wenn das Auge weniger sieht, werden meine fast schon tauben Ohren auf Laute aufmerksam, die mir so nie aufgefallen waren. Ein seltsames Zirpen (fast wie von grillen nur viel, viel lauter und intensiver) und undefinierbares piepen begleitete meinen Weg und ich sah Schatten und Bewegungen, wo um diese Zeit eigentlich keine sein sollten.
So viele, kleine unscheinbare Lebewesen die des Nachts und Morgens den Friedhof für sich erobern.
Ich lief schneller als sonst, war es mir doch leicht mulmig und fühlte mich wie ein Eindringling in der morgendlichen, extrem lauten, Ruhe.

Stimmungsvoll leuchteten die Grablichter zwischen den Blättern und Gräsern hervor die den Boden bewachsen.
So viele Lichter und doch so wenige für so viele Menschen die auf dem kleinen Friedhof bestattet wurden. Traurig setzte ich meinen Weg fort…
… wird so wenig angedacht heutzutage?
… haben die Menschen andere Wege Abschied zu nehmen?
… brauchen sie keine Kerzen mehr anzünden die sagen: ich denk an dich ?
(meine Definition der Grablichter, nichts in Bezug auf irgendeine Glaubensform:
Auf mich wirkt das anbrennen einer Kerze an einem Grab irgendwie beruhigen. Wie ein in Kontakt treten mit dem Menschen den ich vermisse und stellvertretend für alle Menschen deren fehlen ein solches leeres Sein in mich brannten, ein fehlen_aufgefüllt mit Traurigkeit und GedankenSchmerz. Es ist wie eine zaghafte Verbindung des Lichts… ein leuchten, dass vielleicht weiter reicht als nur in den Bereich des SichtFühlErleb:baren…)

Thema ein_an:fangen:
… seltsam wie schwer mir gärtnerische (Fach)Themen fallen…

Besenheide, Silberblatt und Alpenveilchen…

Im Friedhofsgärtnerischen Jahr ist der Herbst, die enorme (und bodenloseste) Zeit des Laub auf drahtern.
Laub fängt an von den Bäumen zu rieseln und noch während ein Grab von der bedeckten Schicht befreit wird, fallen die nächsten Blätter. Die Devise ist:
Hauptsache die Masse ist weg 😉
… und das von Kleinstlebewesen und Mikroorganismen schon zersetzt_verrottende Laub.
Für die Pflanzen unter der Laubdecke kann es ganz schön warm werden und wenn es regnet, bekommen die zugedeckten Pflanzen weniger Wasser. Was schädliche Wirkung haben kann, so das eine Entfernung des Laubs notwendig wird.
Im Winter, wenn es schneit und frostig kalt ist, kann das Laub eine warme Decke bilden und die Pflanzen zusätzlich schützen, jedoch auf dem Grab ist das aus ästhetischen Gründen eher unüblich. In deinem Garten kannst du Beete mit Laub abdecken und so die Frost empfindlichen Pflanzen schützen.
(Jedoch auch hier für ausreichend Wasser Sorgen. Viele Schäden die im Frühjahr an den Pflanzen entdeckt werden, sind Trockenschäden durch den Winter.)
💡 Eine Kalium betonte Düngung im Herbst hilft deinen Pflanzen besser durch den Winter zu kommen.

Neben dem Laubfall ist euch vielleicht auch nicht unbemerkt geblieben, wie sich Beete und gärtnerische Anlagen (im Stadtbild_Parkst_Friedhöfen[*1]) mit der Zeit wandeln.

Auf der Grabfläche setzt der Gärtner Jahreszeitliche Akzente mit der Bepflanzung der Wechselbepflanzungsflächen (=Blumenbeete) mit farbenfrohen Blumen die durch ihre wechselnde Vielfalt, die Veränderungen des Lebens symbolisieren und Trost geben können. Manchmal auch einfach nur weil es schön aussieht, fröhlich und lebendig…
… das Leben verändert sich weiter…[*2]

So verzaubern viele Friedhofsgartenbau Kollegen die Grabfläche neu und geben den Wechselbepflanzungsflächen mit Beet & Balkonpflanzen, Stauden und Gräsern ein neues (individuelles) aussehen.

herbst
Pflanz_ Gestaltung:Beispiel von MissTueftelchen

Die Jahreszeitliche Sommerbepflanzung wird entfernt…
… neue Erde aufgebracht…
… ggf. Bodenverbesserungsstoffe eingebracht …
… und die Fläche mit den Herbstlichen Pflanzen bepflanzt (Beet & Balkon, Stauden, Gräser)…
… an gießen nicht vergessen 😉 .

Ganz typische und bekannte Pflanzen für den Herbst…

… wie Besenheide [Calluna], Erica, Baumheide, Irische Glockenheide, Silberblatt [Senecio] , Stacheldraht [Calocephalus], Alpenveilchen [Cyclamen], Chrysanthemen & Zierkohl [=Schneckenfutter…]

…verschiedenste Gräser [ Schwingel, Binsen, Seggen, …)

… und Herbstzauber Stauden(Sedum, Heuchera, Santolina, Currykraut, Ajuga… )

… findet ihr im Moment in vielen Super_Bau:märkten, am besten natürlich bei eurem Gärtner vor Ort.

Qualitativ sind da oft Unterschiede auf die ihr achten könnt.

Es gibt Unterschiede in Topfgrößen (= Unterschiede in Pflanzengrößen) und in der Kompaktheit_Dichte.

Pflanzen in Super_Bau:märkten sind oft weniger Kompakt und daher lockerer im Wuchs.
(sie sind schneller herangezogen und weniger oft „gestutzt“, was wie ich finde, dem Aussehen insgesamt schadet, weil sie weniger grün und Blütenreich sind. (Das ist natürlich mein gärtnerisches Empfinden.)

In Super_Bau:märkten haben Pflanzen oft längere Trockenzeiten und somit Stress hinter sich. Bei Besenheiden und Erica fangen die Blätter an, von unten, sich braun zu verfärben, das sind oft erste Anzeichen dafür, dass die Pflanze nicht sehr lange wunderschön sein wird.

Das Sortiment in Super_Bau:märkten ist oft sehr eingeschränkt und eine wirkliche Auswahl und vor allem ein Überblick was es alles gibt und welche Besonderheiten neu sind, findet ihr hier weniger.

❤ Ein zusätzliches Plus beim Kauf der Pflanzen bei einem Gärtner ist die fachmännische Beratung. Der Gärtner kann euch pflanzen individuell für eure Grabfläche empfehlen.
Gerade wenn ihr einen Friedhofsgärtner direkt vor Ort habt (Läden sind auch oft bei den Friedhöfen) und dieser Grabpflegen auf dem Friedhof ausführt, kennt er die Friedhofs Eigenschaften und Standortfaktoren, so das er euch fachgerecht und Grabstandort abhängig perfekt_sehr gut beraten kann.

❤ Er kann euch auch Tipps geben, worauf ihr achten könnt, wie zum Beispiel auf Farb__BlattKontrast_Harmonien:auswahl und Pflanzenspezifische Eigenschaften und was ihr alles braucht. Manchmal könnt ihr euch auch Spaten, Gießkanne, kleine Wagen oder Schubkarren vom Gärtner ausleihen (Was zum Transportieren von Erden und Pflanzen nützlich sein kann)…

❤Merkt ihr während dem pflanzen, dass eure Fläche zum Beispiel extrem durchwurzelt ist und ihr die Sommerbepflanzung nicht entfernen könnt, habt ihr die Möglichkeit den Gärtner aufzusuchen und euch helfen zu lassen (sofort wenn Zeit ist oder einen Auftrag „zeitnah“ erteilen).

❤ Viele Tipps und Ideen könnt ihr auch über das Internet finden (z.B. auf Seiten zu Bundesgartenschauen) oder ihr besucht einfach einen Gärtner und fragt vor Ort nach. Es ist unglaublich wie wunderschön Bepflanzungen sein können und die kleinen Beet Ideen könnt ihr auch in eure Gartengestaltung integrieren.

Nur Mut zum ausprobieren und auch im selber machen liegt ein kleiner Teil der Veränderung hin zum Abschied_loslassen und heilen
Neu_Weg_Er:Findung…


[*1]Werden leider immer weniger
[*2] Ein Leben geht seine eigenen Pfade, verändert sich und ist stetig in Bewegung.
Eine Bewegung die durch den Verlust eines Menschen ins Trudeln geraten sein mag.
Ein Pfad des Lebens der eine neue Orientierung sucht…
… neue Wege entdecken kann …
… und für sich einen Ort zum Loslassen …
… und neu (er)finden kann.
Solch einen Platz finden manchem Menschen auf den Friedhöfen, Orte an denen Veränderungen er:fühl_spür:baren sein können. Orte an denen sie sich besinnen können, besinnen auf die Dinge die verloren sein mögen aber auch auf das was ihnen hier und heute wichtig erscheinen kann, oder wieder erinnerbar werden darf. Ein besinnen auf die eigene Veränderung, des eigenen Lebens durch einen Abschied und das für sich weiter gehen…
… Veränderung überall…
… im außen wie im inneren…
… Veränderung auch auf den Gräbern…

copyright by Miss Tueftelchen

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1 thought on “Besenheide, Silberblatt und Alpenveilchen”

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