🌼 FriedhofsGärtnerin mit Leidenschaft

Grünfindlinge: Castanea sativa Mill.

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Na ihr lieben, sind Eichelmännchen und Kastanienigel schon bei euch eingezogen?

Auf der Suche nach den schönsten Eicheln und Kastanien ist euch vielleicht auch schon ein Baum aufgefallen, der zwar ausschaut wie eine euch bekannte Kastanie, aber mit dieser gemeinen Rosskastanie [Aesculus hippocastanum]  gar nicht so viel Ähnlichkeiten hat.

Mein letzter Grünfindling war ja ein Eschen ähnlicher Baum mit Apfel artigen Früchten und heute zeige ich euch einen Baum, der nicht nur so aussieht wie er heißt, sondern tatsächlich auch den Namen in der Bezeichnung trägt:

Castanea satvia Mill.[*1]

oder auch

Edelkastanie, Esskastanie, Röstkastanie, Marone, Keschde, Keschtn

wie ihr vielleicht schon erraten habt geht es um die Kastanie= Castanea ist die Gattung der Kastanien.
Im Gegensatz [zum Beispiel] zur gemeinen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum), die zwar Kastanie heißt, aber gar nicht zur Gattung der Kastanien (Castanea) gehört, sondern eine ganz eigene Gattung, nämlich die der Aesculus bildet.

Im Moment könnt ihr das Glück haben (bei eurer Bastelstoff suche) die reifen Früchte der Esskastanie zu finden. Dann gleich einsammeln und mitnehmen, könnt ihr zu Haus lecker und einfach zubereiten.
(Nur ❗Achtung❗  die stachligen Fruchthüllen sind wirklich sehr stachlig. Ich hatte das Gefühl in einen mittelgroßen Kaktus zu greifen😮. Die Früchte fallen meist sowieso aus der Hülle heraus, wenn ihr jedoch welche samt Fruchthülle einsammelt, sind die weniger etwas für die kleinen Menschenkinderhände).

Die Früchte sind botanisch betrachtet Nüsse, die in einer fein sehr stachligen Kapsel artigen hüllen wachsen.
Wobei es sich um keine Kapseln handelt, da diese zu den Streufrüchten (gemeine Rosskastanie) gehören und Nussfrüchte hingegen zu den Schließfrüchten (Esskastanie). Es gibt da botanische Unterschiede, deren Erforschung ich euch überlasse 😉.

Die Nüsse erinnern euch vielleicht ein ganz klein_wenig_bisschen an die Früchte einer Buche (Bucheckern), denn so wie die Buche gehört die Esskastanie auch zu den Buchengewächse (Fagaceae) und nicht, wie die gemeine Rosskastanie zu der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae).
Wenn ihr euch die Früchte der gemeinen Rosskastanie und die der Esskastanie genauer anschaut, erkennt ihr haarige Unterschiede. Die Esskastanien haben lustige zarte Härchen an der Spitze und sind auch weniger rund sondern eher herzförmiger.
Sind die anfangs grünen Fruchtbecher (Cupula)[*2] der Esskastanie reif, fallen die nun bräunlich schimmernden Fruchtbecher vom Baum herunter und klappen auf (ähnlich wie Bucheckern). Hier bei purzeln die Reifen Nussfrüchte heraus und liegen zum einsammeln einfach so da.

Die Blätter sind länglicher und haben einen gesägten (einfach) Blattrand. Im Gegensatz zur Gemeinen Rosskastanie deren Blätter einen doppelt gesägten Blattrand haben.
Die Blätter der gemeinen Rosskastanie sind oft fünfzählig gefingert. Das bedeutet, dass die fünf Blätter von einem Punkt ausgehen (sich sozusagen in einem Punkt treffen und dann aussehen wie die Finger einer Hand) bei der Esskastanie ist das nicht so.
Bei genauerem hinschauen, könnt ihr die einzelnen Blätter erkennen, die immer abwechselnd (wechselständig) an den Ästen angewachsen sind[*3].
Ich finde durch die abwechselnde Anordnung der einzelnen Blätter sieht es auch so aus, als würden sich die Blätter um die Äste drehen.
Auch der Wind verfängt sich darin und das rauschen der Blätter ist eine ganz eigene Melodie. Klingt bei anderen Bäumen anders.

Ist euch so eine Blattmelodie auch schon einmal aufgefallen?
Wenn ihr zum Beispiel durch einen Streifen mit (Schwarz)Kiefern (Pinus nigra) geht, und der Wind hindurch streift (und die Sonne scheint), fühlt es sich ganz so an als würde ich_du_man an der See durch die Dünnen gehen und gleich das Wellenrauschen fühlen und das Salz schmecken…

Finddecken könnt ihr die Esskastanie vielleicht bei euch in einem Park oder (ja auch) auf Friedhöfen.

KastanienIgel_Menschen würde ich nicht daraus basteln, schmecken sie doch zu lecker, wie ich finde Kartoffel ähnlich.
Einfach aus der Stachelhülle (wenn noch vorhanden) nehmen, oben mit einem Messer ein „X“ hinein schneiden und ab in die Mikrowelle bei weniger Watt (vielleicht so 600) und etwa zwei Minuten zubereitet. Wobei die Nüsse sich da oft schwerer schälen ließen. Letztens hab ich sie einfach mit in den Backofen bei 200°C (Unterhitze, kombinierte Umluft) getan und sie ließen sich besser von der Schale befreien.
Kaufen könnt ihr sie auch in der Obst_Gemüse:abteilung oder später fertig geröstet auf Weihnachtsmärkten.

Hoffe das ich euch ein wenig neugierig gemacht habe, selbst eine Esskastanie zu findecken und vielleicht ihrer ganz eigenen Blattmelodie zu lauschen…


[*1]botanisches Autorenkürzel „Mill.“ steht für Philip Miller (Wikipedia)
[*2]Fruchtbecher, Cupula= wird aus der Blütenachse gebildet und umhüllt die Früchte der Buchengewächse, teils stachlig oder auch mit schuppen
[*3]Die Blätter der Rosskastanie sind auch wechselständig, jedoch durch die gefingerten Blätter sieht das erst einmal anders aus.

copyright by Miss Tueftelchen

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9 thoughts on “Grünfindlinge: Castanea sativa Mill.”

  1. Hallo und vielen Dank für die tolle Beschreibung und Fotos!

    Ich werde jetzt definitiv die Augen offen halten. Esse ich Maronen gerne, habe mir aber nie die Mühe gemacht, mal nachzuschauen, wie der Baum aussieht. Ich finde den „Stachelanzug“ der Eßkastanie entzückend.

    (Zu den Früchten der Rosskastanie, Buche und Eiche kann ich vielleicht ein wenig weiterhelfen:

    Rosskastanien bitte nie verspeisen! Genau so gut könnte man in eine Seife beißen, enthält die Rosskastanie Tenside (Seifenbaumgewächs, wie schon im Text stand.). Zum putzen sind die aber prima.

    Bucheckern enthalten auch für uns Menschen giftige Stoffe, wie Blausäure. Bucheckern kann man durch erhitzen genießbar machen, rösten oder überbrühen mit Wasser, das zerstört die giftigen Verbindungen, die nicht hitzebeständig sind.

    Eicheln sind roh durch die Gerbstoffe nicht genießbar, wässert man diese ordentlich über einen Zeitraum, sind die Stoffe ausgespült und die Eicheln genießbar.)

    Mit sonnigen Grüßen, die Frau Spatz

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    1. Vielen Lieben Dank Frau Spatz, für die Wertvollen Tipps

      Zu den Bucheckern möchte ich noch hinzufügen, dass sie nicht direkt giftig sind (für Erwachsene Menschenkinder). Jedoch geht es dabei um kleine Mengen, ein .. zwei… drei beim Spazieren gehen wird meist vertragen, nur sollte denke ich die Grundernährung nicht aus rohen Bucheckern bestehen…
      Wie bei vielen giftigen PflanzenDingen kommt es auf die gesunde Menge an… 😉

      Wie schmecken denn dann so gewässerte Eicheln? Hat Frau Spatz die schon einmal probiert?

      ⭐ blaueGrüße

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      1. Eichelfrüchte habe ich leider noch nicht gegessen.
        Die stehen aber auf meiner Liste. Wenn sich mal genügend finde, teste ich und gebe natürlich Bericht.
        Das Wässern ist, soweit ich das noch richtig im Kopf habe, der erste Schritt, dann können die weiterverarbeitet werden.

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  2. Esskastanien gibt es hier nicht so viele, wir weichen hier auf Bucheckern aus, wenige davon kann man ja auch so essen. Als Kinder haben wir davon auch mehr gegessen ohne das es uns schlecht ging. Geröstet haben wir sie noch nie. Dieses Jahr liegen sehr viele davon auf dem Boden.

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    1. Stimmt, Bucheckern kann man auch essen. Nur ist mir aufgefallen, das diese in den letzten Jahren sehr dünn waren, also weniger dick und da ist dann ja weniger drinnen. Wenn man sie aus ihrer zweiten Schale heraus pult. Kann man Bucheckern dann auch rösten? Auf die Idee war ich noch gar nicht gekommen.
      Aufpassen muss man nur, wenn die Dinge auf dem Boden liegen, dass man sich keine Krankheiten (wie von den Füchsen, Fuchsbandwurm) einfängt.

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        1. Naja, draußen in Pausen kommt man (ich) auf die dümmsten Ideen und der Gedanke war:
          Wenn Schweine Eicheln fressen können die ja nicht giftig/eklig sein…

          Interessanter Gedanke das Schwein besser schmecken könnte weil die Eicheln fressen…
          Da kenne ich mich eher weniger aus…

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